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Corona-Virus: Säbel-Weltcup von Padua nach Tauberbischofsheim verlegt

Fechten : Corona-Virus sorgt für Verunsicherung

Nach Absage von Padua springt Tauberbischofsheim als Austragungsort für das vorletzte Säbel-Weltcupturnier ein.

In fünf Monaten, am 24. Juli, sollen in Tokio die XXXII. Olympischen Sommerspiele beginnen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht die Austragung durch das auch in Japan grassierende Corona-Virus derzeit als „nicht gefährdet“ an. IOC-Mitglied Richard Pound spricht von einem Zeitfenster von drei Monaten, bis eine endgültige Entscheidung getroffen werden muss. Im gleichen Interview mit der Nachrichtenagentur AP ermunterte der Kanadier alle Athleten, sich weiter auf die Spiele vorzubereiten: „Soweit wir alle wissen, werden Sie in Tokio sein.“

Doch die Sportler sind verunsichert. Trainingslager werden verlegt, Turniere und Titelkämpfe abgesagt oder verschoben. Das betrifft auch die Säbelfechter. Die sollten eigentlich vom 6. bis 8. März in Padua das vorletzte zur Olympia-Qualifikation zählende Weltcup-Turnier bestreiten, das aufgrund der Gefährdungslage in Italien am Montagabend abgesagt wurde.

In einer Blitzaktion ist der Deutsche Fechterbund (DeFB) eingesprungen, das Turnier soll nun zum gleichen Zeitpunkt in Tauberbischofsheim ausgetragen werden. „Eine Mammutaufgabe, das in der Kürze der Zeit auf die Beine zu stellen,“ sagt Olaf Kawald. Der Sportliche Leiter der Säbelfechter beim TSV Bayer Dormagen weiß, dass es auch andere Bewerber gab, so sollen unter anderem das georgische Tiflis und die ägyptische Hauptstadt Kairo Interesse angemeldet haben. „Ich finde es gut, dass der DeFB sich durchgesetzt hat, so haben wir einen Heimvorteil,“ sagt Kawald mit Blick auf Max Hartung, Benedikt Wagner, Matyas Szabo und Richard Hübers, die am Sonntag mit Rang drei in Warschau ihren vierten Platz auf der Qualifikationsrangliste gefestigt haben. Der würde aktuell ausreichen, um in Tokio dabei zu sein, womit gleichzeitig drei deutsche Säbelfechter fürs Einzelturnier qualifiziert wären.

Doch Russland und Frankreich, das als Überraschungssieger von Warschau viel Boden gutmachte, sitzen dem Dormagener Quartett weiterhin im Nacken. Zieht einer von beiden in Tauberbischofsheim und zwei Wochen später beim letzten Qualifikationsturnier in Budapest noch vorbei, wäre Deutschland als beste europäische Nation hinter den Top-Vier immer noch qualifiziert. Gelingt Frankreich und Russland gemeinsam das Überholmanöver, bliebe Tokio ein Traum – dann wäre nur Max Hartung als Einzelfechter dabei.

„Wir dürfen jetzt bloß nicht anfangen, zu rechnen,“ sagt Kawald, „wir müssen uns auf uns selber konzentrieren, um so viele Punkte wie möglich zu holen.“ Wobei die Sache mit dem Corona-Virus weiter im Hinterkopf spukt – was (nicht nur im Fechten) passiert, wenn weitere Qualifikationsturniere abgesagt werden müssen, weiß derzeit keiner.