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Corona: Sport im Rhein-Kreis Neuss nutzt die neue Freiheit mit Bedacht

Corona-Maßnahmen: Weitere Lockerungen auch für Sportvereine : Sport nutzt die neue Freiheit mit Bedacht

Seit Montag gilt die angepasste Corona-Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen. Die bringt auch Lockerungen für die Sportvereine, werden allerdings nur sehr behutsam und mit äußerster Vorsicht umgesetzt.

Gestern trat die angepasste Corona-Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen in Kraft. Mit den zusätzlichen Lockerungen im Breiten- bzw. Wettkampfsport verbindet der Landessportbund NRW indes auch Forderungen an die nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten zur Umsetzung der Ergebnisse des Koalitionsausschusses vom 3. Juni: „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken.“ Zunächst die wichtigsten Neuerungen:

• Nicht kontaktfreier Sport (Training) ist auch drinnen möglich (maximale Gruppengröße: 10)

• Sportliche Wettbewerbe im nicht kontaktfreien und kontaktfreien Sport sind auch drinnen möglich (maximale Gruppengröße: 10)

• Nicht kontaktfreier Sport (Training und Wettkampf) draußen kann mit einer Gruppengröße bis zu 30 Personen stattfinden

• In allen vorgenannten Fällen muss eine sogenannte „einfache Rückverfolgbarkeit“ gesichert sein.

Damit ist die Ausübung sämtlicher Kontaktsportarten grundsätzlich wieder möglich. Die Schieflage zwischen Tanzsport in Tanzschulen und Tanzsportvereinen ist beseitigt. Darüber hinaus ist Billard und Dartsport auch wieder in Gaststätten möglich. Eine Vorlage von Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten beim Gesundheitsamt ist in der Coronaschutzverordnung nicht mehr (bzw. nur noch für die Profiligen) vorgesehen. Selbstverständlich bleibt aber die Pflicht, geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zum Infektionsschutz zu treffen, unverändert erhalten (siehe § 9 Absatz 1 der CornaSchVO). Die seit Montag gültigen Bestimmungen differenzieren in Paragraf 2 zwischen einfacher und besonderer Rückverfolgbarkeit: Für den Sport ist nach aktueller Verordnung nur die einfache Rückverfolgbarkeit verpflichtend. Das heißt: In den oben angeführten Fällen eins bis drei ist es notwendig, Name, Adresse und Telefonnumer der teilnehmenden Sportler*innen (und im zweiten Fall auch der Zuschauer*innen) zu erfassen und vier Wochen aufzubewahren.

Hermann-Josef Baaken, Vorsitzender des Kreissportbundes Neuss (KSB), ist vom besonnenen Umgang der Sportler mit den geltenden Lockerungen überzeugt: „Aus meiner Sicht – und das sind die Erkenntnisse aus unseren Gesprächen mit den Vereinen und Stadtsportverbänden – werden die ‘Freigaben’ von den Vereinen weiterhin nur sehr behutsam und mit äußerster Vorsicht umgesetzt. Von Zuschauern, außer im Tennis an der Jahnstraße, kann keine Rede sein, daran ist derzeit auch nicht wirklich jemand interessiert. Turniere gibt es ebenfalls keine. Wir sind alle froh, wenn wir die Sportler einigermaßen in den Normalbetrieb zurückführen können.“

Baaken weiter: „Duschen und Umkleidekabinen werden weiterhin, soweit mir bekannt, nicht genutzt.“ Die Tennis spielenden Vereine warnt er aber ganz ausdrücklich davor, „mit dem Restaurantbetrieb zu offensiv und offen umzugehen. Einerseits sind die Bedingungen mit dem Gastrobereich vergleichbar und streng, also ohnehin nur mit hohem Aufwand zu erbringen. Andererseits ist die mögliche Vermischung mit dem Sportbetrieb auf einer Anlage sehr ungünstig und nicht gerade förderlich. Da kommt dann der Sportler, ist nach dem Spiel außer Puste und setzt sich in den Gastrobereich – die Aerosolbelastung möchte ich nicht messen ...“

Aus Sicht der Verbände stellt sich für den KSB-Vorsitzenden ebenfalls die Frage, „ob wir kreisweit einheitlich die Sportanlagen und Hallen in den Ferien öffnen können. Dies würden wir sehr befürworten, denn der Drang nach Sport sollte unbedingt erfüllt werden.“

In diesem Zusammengang mit anstehenden Urlauben der Hausmeister zu argumentieren, werde den Bedürfnissen nicht gerecht, findet er und fügt darum hinzu: „Wir erwarten von den Städten und Bürgermeistern, dass sie unbürokratisch den Sportvereinen die Bezirkssportanlagen und Schulturnhallen, sofern benötigt und angefragt, in den Ferien bereitstellen. Entgegen normalen Jahren werden sie für viele Sportangebote benötigt, etwa solche, die aus Hallen in den Außenbereich verlegt wurden – und umgekehrt. Mit der üblichen Saisonvorbereitung hat das nur im Einzelfall zu tun.“