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Galopp: Claudia Fleißner: die Schöne und das Pferd

Galopp : Claudia Fleißner: die Schöne und das Pferd

Im Auftaktrennen morgen auf der Neusser Galopprennbahn sitzen sechs Reiterinnen im Sattel. Unter ihnen: Tänzerin Claudia Fleißner.

Auf die Damenwelt übt der Galopprennsport eine ganz besondere Faszination aus. Die Mehrzahl der Beschäftigten für die Alltagsarbeit in den Rennställen sind Frauen. Wenn man vor den Rennen im Führring aufmerksam hinschaut, dominiert auch am Führzügel das weibliche Geschlecht. Selbst die Weltklassestute Danedream hatte in Cynthia Akasoy eine junge Frau als Begleiterin beim Sieg im Prix de l'Arc de Triomphe 2011 in Paris.

. . . oder im Sattel eines schnellen Pferdes wie hier Organza. Morgen reitet die 29-Jährige im ersten Rennen die vierjährige Stute Sturmwolke. Foto: K. J. Tuchel

Die Neusser Galopprennbahn pflegt eine sehr spezielle Beziehung zur Damenwelt. Schon 1936 wurden hier die ersten Rennen für Frauen ausgetragen und 1961 erfand der damalige Geschäftsführer Harald von Gustedt den bis heute populären und auch 2013 wieder ausgetragenen Preis der Perlenkette. Hochbetagt sah man seine Schwester Helga von Randow noch am letzten Neusser Renntag.

Morgen zur Eröffnung der deutschen Rennsaison 2013 mit acht Rennen ab 14 Uhr in Neuss wird gleich im ersten Rennen ein Augenschmaus besonderer Art geboten. Es reitet die 29-jährige Claudia Fleißner aus München. Sie sitzt im Sattel der vierjährigen Stute Sturmwolke, die dem Trainer Michael Figge gehört. Das ist der Lebensgefährte der attraktiven Reiterin, die ihren Lebensunterhalt als Tänzerin verdient. Nicht in einem Ballett und auch nicht im herkömmlichen Paar-Tanzen, sondern in bayerischen Diskotheken in einem eher sparsamen Outfit.

Aber niemals gänzlich unbekleidet. Auch bei Rennbahnbesuchen geizt sie nicht mit ihren Reizen, bevorzugt in einem von ihr selbst genähten, goldenen Dirndl. Natürlich ist sie damit in der eher konservativen Welt des Galopprennsports schnell aufgefallen. Dafür sorgte auch ihr Freund Michael Figge, dem mit dem Hengst Feuerblitz der Sieg im Derby von Italien gelang. Wenn das Team um Feuerblitz im Führring auftauchte, war Claudia Fleißner der Blickfang.

Sie reitet ständig im Training und hat in den letzten zwei Jahren auch 21 Rennen bestritten. Allerdings ohne Sieg, zwei zweite Plätze waren die größte Ausbeute. Ihr eigenes Pferd mit dem beziehungsreichen Namen Go Go Qeen hat im vergangenen Jahr ein Rennen in Straßburg gewonnen, es saß allerdings ein Profijockey im Sattel. Michael Figge zur Philosophie im Zusammenleben mit der Frau, für die das Bestauntwerden zum beruflichen Alltag gehört: "Das geht nur mit gegenseitigem Vertrauen. Sonst macht es keinen Sinn." Figge hat aus einer früheren Beziehung bereits eine Tochter.

Claudia Fleißner ist morgen nicht die einzige Frau im Sattel. Allein im ersten Rennen treten gegen sie Esther-Ruth Weißmeier, Jana Oppermann, Steffi Hofer, Sabrina Wandt und Andrea Glomba an. Claudia Fleißner ist auch nicht die erste Frau im Rennsattel der Neusser Turfgeschichte mit einer öffentlichkeitsintensiven Tätigkeit. Eine Dame zierte das Titelbild einer nicht mehr existierenden Illustrierte und eine weitere, sogar ausgebildete Fachkraft der Rennreiterei war als Playmate des Monates zu bestaunen. Später allerdings landete sie unter dem Küntlernamen Chantal im Kölner Rotlichtmilieu

(kgoe)