Jüchen : Classic Days als Film-Stoff

Christian Henschel aus Mönchengladbach produziert einen Film über das Mega-Event "Classic days" mit 6000 Oldtimern. Und dabei arbeitete der Filmemacher, wie er sagt, "mit den besten und teuersten Kameras der Welt".

Schloss Dyck Hunderte Zuschauer zückten ihre Foto- und Videokameras, wenn die Renn-Oldtimer auf dem Rundkurs bei Schloss Dyck heranrasten. An vielen Stellen war aber beim Event am Wochenende ganz besondere Kameratechnik zu sehen. "Wir arbeiten mit den besten und teuersten Kameras der Welt", sagt Christian Henschel.

Der 37 Jahr alte Mönchengladbacher ist Filmemacher, produziert vor allem Image- und Werbefilme — etwa für Siemens, RWE und Villeroy & Boch. Jetzt hat er einen besonderen Auftrag vom Verein Classic Days: die Produktion einer Verkaufs-CD über das Oldtimertreffen.

"Die Veranstaltung ist einzigartig in Deutschland. Ich möchte die Stimmung dort einfangen, mir geht es um Emotionen", sagt er. Mit einem 15-köpfigen Team war er zwei Tage rund ums Schloss unterwegs — mit ganz besonderen Digitalkameras der US-amerikanischen Marke "Red": "Ich selbst besitze eine Red One, die 17 000 Euro gekostet hat. Ein befreundeter Kameramann hat das Nachfolgemodell Red Epic, die vor gerade zwei Wochen aus Amerika angekommen ist."

Auch sie kam in Jüchen zum Einsatz. "Ohne Ausstattung kostet die Kamera 58 000 Euro, mit Objektiv, Stativ und anderem rund 80 000 bis 90 000 Euro." Zum Beispiel in Hollywood werde mit Technik von "Red" gearbeitet. "Mit einer solchen Kamera dreht Peter Jackson gerade ,The Hobbit', sagt Christian Henschel und schildert Vorzüge der Kamera: "Die Auflösung ist dreimal so hoch wie HD-Format", sorge für eine ganz hervorragende Bildqualität. "Das Bild könnte ich direkt ins Kino bringen, ohne es zu vergrößern. Und ich kann das Bildmaterial wunderschön bearbeiten", sagt Henschel.

Bereits als Jugendlicher filmte der Mönchengladbacher: "Wir liefen viel Skateboard und nahmen uns gegenseitig mit einer Videokamera auf." Die berufliche Laufbahn führte zunächst in eine ganz andere Richtung: Henschel arbeitete als Drahtseilspleißer im elterlichen Betrieb. Doch dann schulte er zum Mediengestalter um, wurde an der Mediadesign-Akademie Düsseldorf angenommen, heute betreibt er die "Abbild"-Agentur. Im ersten Teil des Films "Vorstadtkrokodile" war er Video-Operator.

Bei den Classic Days setzte Henschel auch auf andere Finessen: "Ich wollte für die Kameraführung einen fahrbaren Kran, um um die Autos herumzuschwenken." Die Miete des Spezialgeräts war ihm zu teuer, also wurde in Eigeninitiative auf einen stattlichen US-Pickup ein Sechs-Meter-Kran montiert — "mit fernsteuerbarem Kamerakopf".

(NGZ/rl)