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Jüchen: Classic Days: Ärger wegen Absperrungen

Jüchen : Classic Days: Ärger wegen Absperrungen

Das Oldtimer-Großevent am Schloss Dyck hat nicht nur Begeisterung ausgelöst: Eine Aldenhovenerin beschwert sich, dass Besuch für sie mit Kleinkindern – trotz 37 Grad Hitze – nicht an der Absperrung vorbeigelassen worden sei.

Das Oldtimer-Großevent am Schloss Dyck hat nicht nur Begeisterung ausgelöst: Eine Aldenhovenerin beschwert sich, dass Besuch für sie mit Kleinkindern — trotz 37 Grad Hitze — nicht an der Absperrung vorbeigelassen worden sei.

Jüchen: Classic Days: Ärger wegen Absperrungen
Foto: Berns, Lothar (lber)

Das Auto-Event "Classic Days" lockte in drei Tagen rund 27 000 Besucher nach Schloss Dyck — und bedeutet für Anwohner in umliegenden Orten erhebliche Einschränkungen. Kätemarie Funke (57) ist verärgert: Besucher konnten sie am Freitag, dem ersten Tag der Classic Days", nur mit Umwegen und erheblicher Verzögerung besuchen: "Meine Schwiegertochter war mit meinen fünf Monate und drei Jahre alten Enkelkindern mehr als eine Stunde unterwegs — und das bei dieser Hitze", sagt die 57-Jährige empört. Rund 37 Grad Celsius zeigte das Thermometer an, die Hitze flirrte über dem Asphalt.

Jüchen: Classic Days: Ärger wegen Absperrungen
Foto: Lothar Berns

Die Familie Funke wohnt an der Schlossstraße am südlichen Rand von Aldenhoven — eigentlich weit ab vom Rundkurs, der durch den nördlichen Teil des Dorfes führt. Die direkte Zufahrt zum Haus war dennoch nicht möglich: An einer Absperrung in Bedburdyck sei der Schwiegertochter von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes die Durchfahrt mit dem Auto nicht gestattet worden — auch nicht nach dem Hinweis, dass sie die Schwiegermutter besuchen wollte und diese einen entsprechenden Durchfahrtsberechtigungsschein habe. Der war den von Sperrungen betroffenen Anwohnern zuvor zugesandt worden. Die Verwandte habe auch an anderen Stellen versucht, nach Aldenhoven durchzukommen, vergeblich, wie Kätemarie Funke berichtet. Schließlich habe die Schwägerin sich auf ihr Fahrrad geschwungen und der Schwiegertochter den notwendigen Ausweis gebracht. Das Fazit von Kätemarie Funke: "Gerade angesichts der Hitze" hätte man mehr Menschlichkeit walten lassen können. Nach den Erfahrungen habe sie auf einen Besuch der "Classic Days" verzichtet — nun hofft sie auf eine bessere Lösung für Anwohner 2014.

Jüchen: Classic Days: Ärger wegen Absperrungen
Foto: Berns, Lothar (lber)

Thomas Gerwers, Sprecher für die "Classic Days", hat Verständnis für die Aldenhovenerin: "Ich finde das absolut bedauerlich und hätte mir gewünscht, dass der Vertreter des Sicherheitsdienstes mehr Fingerspitzengefühl gezeigt hätte", so Gerwers. "Auf der anderen Seite kann man ihm keinen Vorwurf machen, da er sich an die Vorschriften gehalten hat."

 Hier kommt Kätemarie Funke durch die Absperrung durch. Verärgert ist sie, weil Besucher von ihr zunächst nicht zum Haus in Aldenhoven kamen.
Hier kommt Kätemarie Funke durch die Absperrung durch. Verärgert ist sie, weil Besucher von ihr zunächst nicht zum Haus in Aldenhoven kamen. Foto: L. Berns

Das Event mit 27 000 Besuchern mache eine großräumige Verkehrsregelung erforderlich — und dazu gehören auch Absperrungen. "Der Verkehrslenkungsplan ist Bestandteil des Sicherheitskonzepts und von sieben Behörden einschließlich des Landrats genehmigt", sagt Gerwers. "Die Anwohner erhalten im Vorfeld eine Zufahrtberechtigung — ohne diesen Schein kommt keiner durch", erläutert der Sprecher vom Verein "Classic Days". "Wir verteilen die Anwohner-Durchfahrtscheine. Wer für private oder familiäre Anlässe einen weiteren benötigt, kann sich auch kurz vor der Veranstaltung melden", erklärt Jens Spanjer von der Stiftung Schloss Dyck, die das Sicherheitsunternehmen beauftragt hat. Er betont: "Das Verkehrskonzept wurde unter anderem zur Entlastung der Bürger in den umliegenden Orten entwickelt. Aber wir bitten um Verständnis, wenn sich Einschränkungen nicht vermeiden lassen."

Kätemarie Funke ist auch verärgert, weil sie vergeblich einen Ansprechpartner für ihr Problem gesucht hatte. Sie habe bei der Polizei angerufen: "Dort wurde mir gesagt, dass der Landrat zuständig sei." Und bei Schloss Dyck sei niemand ans Telefon gegangen: "Ein Unding, dass man niemanden erreichen konnte", meint sie. Gerwers erklärt dazu: "Wir überlegen, ob während der ,Classic Days' eine Hotline für Anwohner eingerichtet wird."

(NGZ)