Lokalsport: City-Lauf der Rekorde

Das gab's noch nie: Bei der Großveranstaltung kamen 4034 Sportler ins Ziel.

Habtom Tedros lebt zwar erst seit etwas mehr als einem Jahr im Rhein-Kreis, doch der Flüchtling aus Eritrea hat in diesem kurzen Zeitraum etwas geschafft, für das ihm viele Leichtathleten in der Region Respekt zollen dürften. Gestern gewann der 19 Jahre alte Läufer, der für die TG Neuss startet, zum zweiten Mal den City-Run über die Zehn-Kilometer-Distanz beim 29. Internationalen Korschenbroicher City-Lauf. Seine Zeit: 33:52 Minuten. Und auf der Zielgeraden hatte der schlanke Afrikaner sogar noch reichlich zuzusetzen, wie sein kraftvoller Endspurt bewies. Moderator Volker Koch gab dem Sieger nach dessen neuerlich beeindruckendem Auftritt einen Rat mit auf den Heimweg: "Noch ein Jahr fleißig trainieren und dann 2018 beim Elitelauf der Asse starten."

Huckepack: Wenn im Familienlauf die Kraft ausging, halfen Papas Schultern. Foto: Woitschützke Andreas

Dass Habtom Tedros das Zeug dazu hat, hatte vor einem Jahr bereits sein damaliger Begleiter Joachim Przewloka prognostiziert: "Wir haben schnell erkannt, dass er was drauf hat. Aber er hat noch mehr Potenzial." Rang zwei hinter dem Eritreer belegte Jürgen Brauckmann (AS Neukirchen-Vluyn) in 36:26 Minuten, Dritter wurde Lokalmatador Guido Kemp vom Korschenbroicher LC (36:49). Beste Frau war die Mönchengladbacherin Silke Optekamp (37:48), die Daniela Bach (1. FC Grevenbroich-Süd, 39:56) und Theresa Lippert (TG Neuss, 41:56) auf Distanz hielt.

Foto: Woitschützke Andreas

Eine Premiere bei der Korschenbroicher Großveranstaltung, die mit 4034 erfolgreichen Absolventen einen neuen Finisher-Rekord verzeichnete, war der erstmals ausgetragene City-Run in einer Variante über fünf Kilometer. Bei den Männern hatte Daniel Laps vom ASC Düsseldorf mit 16:43 die Nase vorn vor Joachim Nisius (Bayer Dormagen, 17:08) und Justus Kaufmann (LAZ Puma Rhein-Sieg, 17:21). Schnellste Frau war Stephanie Mühl (TuS Köln rrh., 20:33), gefolgt von Emmy Wichelhaus (Bunert und Adidas Running Team, 21:57) und Louisa Fischermann von der DJK Kleinenbroich, die nach 22:05 Minuten die Ziellinie überquerte.

Roman Prodius (l.) und Graham Rush siegten im Elitelauf, Titelverteidiger Habtom Tedros (M.) gewann den City-Run. Rechts: Familienteam mit Beiwagen. Foto: Woitschützke Andreas

Hauptorganisator Hans-Peter Walther räumte zwar ein, dass sich alle erst an den "schnellen Fünfer" gewöhnen müssten, zeigte sich aber mit der Erstauflage so zufrieden, dass er ihn im kommenden Jahr möglichst wieder auf die Beine stellen will. Und neben dem herrlich sonnigen Wetter - das Thermometer stieg am Nachmittag auf 21 Grad Celsius - dürfte Walther auch seinen Spaß an einer weiteren Bestmarke gehabt haben. Der Familienlauf jedenfalls, bei dem Eltern und Kinder gemeinsam auf die Strecke gehen, bleibt ein Zugpferd: 1548 Sportler machten diesmal mit. Sie und alle anderen Teilnehmer wurden von einer Kulisse bejubelt, die wahrscheinlich auch an die in den Jahren 2007, 2011 und 2016 erreichte Zahl von jeweils rund 17.000 Zuschauern heranreichte - oder diese womöglich sogar übertraf.

Ausgeschwärmt: Mit Feuereifer bei der Sache waren die Jungen und Mädchen in den Bambini- und Schülerläufen. Foto: Andreas Woitschützke

Bei den Sportstaffeln über 6x231 Meter machte LAZ Mönchengladbach das Rennen vor dem Korschenbroicher LC und LAV Bayer Uerdingen Dormagen (Jugendwertung: 1. Korschenbroicher LC, 2. ASC Düsseldorf U 14, 3. ASC Düsseldorf W 16). Die Rangfolge bei den Spaßstaffeln lautete Viri Celevissima A Novesia vor Black and White und Edeka Handich (Jugendwertung: 1. D 1 der SF Neersbroich, 2. Neusser Schwimmverein/Reitclub Buscherhöfe Büttgen, 3. DJK Kleinenbroich U 16/U 14). Mit Feuereifer bei der Sache waren auch die Bambini und die Schüler. In der Teamwertung der Grundschulen landete die Maternusschule vor der Andreas-Schule und der Gutenbergschule.

Foto: Woitschützke Andreas
(NGZ)
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