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Christoph Schon neuer Trainer beim Neusser HV

Handball : Alter Bekannter wird Trainer beim NHV

Kurz vor Weihnachten war bekannt geworden, dass Gilbert Lansen die erfolgreiche Arbeit mit der Erstvertretung der Neusser in der Regionalliga nicht fortsetzt. Für ihn übernimmt Christoph Schon, der den Verein gut kennt.

Es ist wenig überraschend, dass sich über die Weihnachts- und Neujahrstage nichts Neues in Sachen Hammfeldhalle ergeben hat. Dass dort noch bis mindestens Ende des Monats zum zweiten Mal das Impfzentrum des Rhein-Kreises Neuss untergebracht ist, bedeutet für den Neusser HV, dass seine Leistungshandballer weiter auf ihre Spiel- und Trainingsstätte verzichten und sie bei befreundeten Vereinen aus der Region unterkommen müssen. Der Frust über die anhaltende Ungewissheit im Verein ist zwar groß, doch Aufgeben ist bislang keine Option. Dafür spricht jedenfalls, dass die Verantwortlichen auf einem guten Weg sind, was die Zusammenstellung der Erstvertretung für die nächste Saison betrifft. Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass nach dem überraschenden Abgang von Trainer Gilbert Lansen kurz vor Weihnachten in Christoph Schon schnell ein Nachfolger präsentiert werden konnte.

 Dass Lansen den Verein nach der Hinserie verlassen würde, dafür hatte aus sportlicher Sicht nichts gesprochen. Schließlich hatte der ehemalige Jugendcoach die junge Mannschaft nach der wegen Corona abgebrochenen Vorsaison und trotz der schwierigen Bedingungen rund um die Hammfeldhalle mit attraktivem Handball überraschend in die obere Tabellenhälfte der Regionalliga geführt. „Gilbert hat gute Arbeit geleistet, wofür ich mich nur bedanken kann. Daran lag es sicher nicht, dass er uns verlassen hat“, meint Josip Jurisic in seiner Funktion als Sportlicher Leiter des NHV. Auch die nochmals verschärften Bedingungen im Zusammenhang mit der Rückkehr des Impfzentrums ins Hammfeld Anfang Dezember sollen laut Jurisic nicht ausschlaggebend gewesen sein. Dass der Verein seinen Unmut über die Entscheidung der Kreisverwaltung öffentlich kundtat, führte in letzter Konsequenz kurz vor Weihnachten sogar zu einer Umbesetzung in der Vereinsführung, wobei der bisherige Vorsitzende Martin Eggert ins zweite Glied zurücktrat und sein Amt an seinen Stellvertreter Wolfgang Spangenberger weitergab.

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Während Jurisic also erklärt, was nicht die Ursache für Lansen Abschied schon nach der ersten Saisonhälfte war, will er zu den tatsächlichen Gründen nichts sagen. Das sei so mit dem Ex-Trainer vereinbart. Feststeht aber wohl, dass Lansen für die nächste Saison schon einen neuen Job als Coach sicher hat. Wo, das ist nicht mehr Jurisics Thema, er ist heilfroh, dass er in Gestalt von Christoph Schon so schnell Ersatz finden konnte. „Wir waren uns schnell einig. Denn wir wissen, was wir aneinander haben. Eine Kennenlernphase brauchen beide Seiten nicht“, erklärt der Sportliche Leiter des NHV. Und das liegt natürlich nicht nur daran, dass Schon in der laufenden einige NHV-Spieler gesehen hat und sich öfter mit Jurisic austauscht.

Vielmehr hat der Lehrer der Realschule in Holzheim schon eine lange NHV-Geschichte hinter sich. Unter anderem führte er in der Saison 2004/2005 die Neusser Männer in die Oberliga, zudem trainierte in der Spielzeit 2015/2016 die weibliche A-Jugend des Vereins in der Bundesliga. Seine bislang letzte Trainerstation hatte Schon bei den Drittligafrauen des 1. FC Köln, jetzt war er frei für eine Rückkehr zum NHV. Am Mittwochabend stand mit Blick auf den Rückrundenauftakt gegen Dinslaken am 15. Januar in Lank das erste gemeinsame Training mit seiner neuen Truppe an, wobei der Kader wegen drei Corona-Fällen dezimiert war.

Am Kader für die neue Saison arbeitet Josip Jurisic mit Hochdruck. Einen Neuzugang hat er schon in Aussicht, er will aber zunächst mit den aktuellen Spielern übereinkommen, ehe er den Namen verrät. „Die Gespräche laufen und es sieht gut aus“, betont der Sportliche Leiter. Gut möglich, dass einige Spieler ihre Entscheidung auch davon abhängig machen, wie es in Sachen Spiel- und Trainingsstätte für den NHV weitergeht. Neue Erkenntnisse könnte es da geben, wenn sich der Verein zunächst am Montag mit Vertretern der Neusser Stadtverwaltung trifft. Am 19. Januar steht dann noch ein Termin im Kreishaus in Grevenbroich auf dem Programm.