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Korschenbroich: Christian Hochstätter bleibt Neersbroich treu

Korschenbroich : Christian Hochstätter bleibt Neersbroich treu

Seit rund 17 Jahren lebt Christian Hochstätter (49) in Neersbroich. An einen Umzug dachte der aktuelle Sportvorstand des VfL Bochum nie.

Der Tag von Christian Hochstätter beginnt früh. Bereits um 5.45 Uhr steigt der Korschenbroicher in sein Auto, um die knapp einstündige Fahrt nach Bochum auf sich zu nehmen. Seit Juni bekleidet der ehemalige Spieler und Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach das Amt des Sportvorstandes beim VfL Bochum. Er könnte es sich gewiss einfacher machen, als täglich knapp zwei Stunden auf der Autobahn zu verbringen und ein oft langatmiges Pendlerdasein zu führen. Eine Wohnung in der Nähe der Bochumer Geschäftsstelle wäre sicher schnell gefunden. Doch der 49-Jährige hat gute Gründe, seiner Heimat Korschenbroich treu zu bleiben.

Von 1982 bis 1998 schnürte Christian Hochstätter als Mittelfeldspieler für Borussia Mönchengladbach seine Fußballschuhe — erzielte in 339 Spielen 55 Tore. 1995 entschied er sich, in Korschenbroich sesshaft zu werden und baute schließlich ein Drei-Familien-Haus in Neersbroich. "Ein guter Freund hat mir damals das Grundstück empfohlen. Er ist noch heute mein Nachbar", erzählt der 49-Jährige. Zu der Zeit war die Straße noch nahezu unbebaut, heute ist fast kein Fleckchen mehr frei. Es hat sich also einiges getan im Laufe der Jahre. "Viele Menschen sind nach und nach zugezogen, darunter zahlreiche junge Familien", so Hochstätter.

Gerade für seine zwei Kinder Sarah und Christian, die sich damals noch im Kindergarten- und Grundschulalter befanden, bot Korschenbroich alles, um behutsam aufzuwachsen. "Die familiäre Atmosphäre, die Infrastruktur. Da passt einfach alles", findet der Neffe von Helmut Haller. Auch als Hochstätter von 2007 bis 2009 als Sportdirektor für Hannover 96 tätig war, blieb seine Ehefrau Claudia (48) mit den Kindern im gewohnten Umfeld. Schon damals verbrachte er zahlreiche Stunden auf der Autobahn, um jedes Wochenende möglichst viel Zeit mit seiner Familie in Neersbroich zu verbringen: "Ich bin dann nach dem jeweiligen Spiel direkt losgefahren und habe montags ganz früh dann wieder die 320-Kilometer-Strecke auf mich genommen." Unter der Woche wohnte er in einer Wohnung außerhalb von Hannover.

Seine Kindheit verbrachte der ehemalige Freistoß-Spezialist in Augsburg, doch sein Lebensmittelpunkt ist und bleibt Korschenbroich. "Hannover ist anders und hat kulturell natürlich mehr zu bieten, aber hier fühlen wir uns einfach sauwohl." Trotz Heimatverbundenheit schließt Christian Hochstätter es aber nicht aus, eine kleine Wohnung an seiner neuen Wirkungsstätte anzumieten, um dort nach langen Arbeitstagen übernachten zu können. Denn aufgrund seines vollen Terminkalenders während der Saisonvorbereitung hat er von Bochum erst sehr wenig gesehen. "Bis jetzt kenne ich eigentlich nur meinen Arbeitsplatz", sagt er schmunzelnd. Auch wenn sich dies in den nächsten Wochen und Monaten ändern soll, steht für Christian Hochstätter und seine Familie fest: Ein Umzug, weg aus Korschenbroich, kommt nicht infrage.

(NGZ)