Chiara und Janos Pigerl sorgen in Grevenbroich für ein Novum

Tischtennis : Chiara und Janos Pigerl sorgen für ein Novum

Titel bei den vom TTC BW Grevenbroich in Gustorf ausgerichteten Tischtennis-Kreismeisterschaften gehen an Bruder und Schwester.

Das hat es in der Geschichte der Tischtennis-Kreismeisterschaften auch noch nicht gegeben. Die Titel blieben dieses Mal in einer Familie. Chiara Pigerl gewann die Damen-A-Klasse, ein wenig später legte ihr Bruder Janos nach und triumphierte in der „Königsklasse“ bei den Herren. Für den Grevenbroicher NRW-Liga-Spieler war es der erste Titel überhaupt, bei seiner Schwester, die für die DJK Holzbüttgen in der Regionalliga aktiv ist, liegt der letzte Erfolg bei einer Kreismeisterschaft schon länger zurück.

„Jetzt wäre es schön, wenn mein Bruder auch noch gewinnen würde“, sagte Chiara Pigerl nach dem Sieg in der Damen-Klasse. Dass es tatsächlich so kommen sollte, konnte sie da noch nicht ahnen. Während die Damen-Konkurrenz bereits abgeschlossen war, befanden sich die Herren erst bei den Viertelfinalspielen und gewonnen hatte Janos Pigerl den Wettbewerb ja bis dato noch nie. Beide stammen aus einer „tischtennis-verrückten“ Familie. Auch Mutter Almut und Vater Gerhard sind dem Sport eng verbunden. „Ich bin natürlich sehr froh über meinen ersten Einzeltitel. Ich habe zwar nicht richtig gut, aber zumindest recht solide gespielt und war in den entscheidenden Ballwechseln oft etwas besser und auch glücklicher als meine Gegner. Auch das Doppel mit Valerij hat sehr gut harmoniert“, freute sich Janos Pigerl, der durch den Doppelsieg an der Seite seines neuen Vereinskollegen Valerij Stoll einen Zweifach-Triumph feiern konnte. Die Herren-A-Klasse geriet zur Machtdemonstration der Gastgeber: Alle vier Halbfinalisten stammten aus dem NRW-Liga-Team der Blau-Weißen. Im Finale siegte Pigerl gegen Christian Kaltchev mit 3:0-Sätzen. Zu diesem Zeitpunkt klagte Kaltchev über Krämpfe im Oberschenkel, so dass er das Endspiel gehandicapt bestritt. Zuvor hatte sich Pigerl gegen seinen Doppelpartner Stoll nach 0:1-Satzrückstand in einem engen Spiel durchgesetzt. Kaltchev gewann ohne Satzverlust gegen Vorjahressieger Ken Julian Oberließen. Schon im Viertelfinale traf Pigerl in Michael Schüller auf einen Vereinskollegen: „Die drei Einzel gegen Vereins- bzw. zwei sogar gegen Mannschaftskollegen sind natürlich immer ein bisschen komisch, weil wir uns aus dem Training sehr gut kennen und eventuell auch etwas gehemmt ins Spiel gehen“, so Pigerl, der es schade fand, dass es von höher spielenden Vereinen aus dem Kreis so wenig Resonanz gab. Außerdem kritisierte er die vielen Freistellungen vor dem Turnier, wodurch die Attraktivität der Veranstaltung in seinen Augen gelitten hat: „Ich hoffe sehr, dass sich das in den nächsten Jahren wieder etwas ändert und auch die Topspieler des Kreises zumindest teilweise wieder am Start sein werden und müssen, um sich für die Bezirksmeisterschaften zu qualifizieren.“

Insgesamt registrierte der TTC Blau-Grevenbroich bei den Kreismeisterschaften, die der Klub anlässlich seines 80-jährigen Bestehens in der Großsporthalle in Gustorf ausrichtete, rund 200 Teilnehmer. Lob gab es vom Kreissportwart Karl-Heinz Seiffert: „Das war ein sehr guter und zügiger Ablauf. Man merkt sofort, dass hier eine routinierte Turnier-Crew die Organisation leitet.“ Eine erfreuliche Entwicklung gab es in der Damen-A-Klasse. Musste der Wettbewerb in den Vorjahren auch schon einmal mangels Anmeldungen abgesagt werden, so nahmen in diesem Jahr sieben Spielerinnen teil und auch qualitativ stieg das Niveau. In Abwesenheit der Drittliga-Cracks wurde Pigerl ihrer Favoritenrolle voll gerecht und setzte sich ohne Satzverlust durch. Im Finale gewann sie gegen ihre junge Vereinskollegin Lilian Assaf mit 3:0-Sätzen. Schon im Halbfinale siegte sie gegen eine Nachwuchsspielerin aus den eigenen Reihen. Pauline Fretz, die im Vorjahr vom Fehlen der besseren Spielerinnen profitierte und Kreismeisterin wurde musste die Überlegenheit von Pigerl anerkennen. Das Jugend-Doppel Assaf/Fretz holte sich dafür den Titel im Doppel. „Mein letzter Titel liegt jetzt schon einige Jahre zurück“, freute sich Pigerl. „Ich bin froh, dass es dieses Mal noch so eindeutig gegen die Mädchen geklappt hat. In ein paar Jahren sieht das vielleicht schon anders aus“, meinte Pigerl. Auch Lilian Assaf war zufrieden. „Der zweite Platz ist super. Ich habe überhaupt zum ersten Mal gegen Chiara gespielt“, sagte Assaf, die sich in der Gruppe gegen ihre Mannschaftskollegin Pauline Fretz durchsetzen konnte. Über die Entwicklung im Damenbereich freute sich auch Karl-Heinz Seiffert: „Das war eine gute Resonanz. Da hatten wir schon weitaus magerere Jahre.“

Bei den Herren gewann Janos Pigerl. Foto: Rust

Bei den Senioren 40 gewann der Grevenbroicher Sascha Helten zum ersten Mal den Titel. Er setzte sich vor seinem Vereinskollegen Christian Camrath und Marcel Schiffer von der SG RW Gierath durch. In der AK 50 gewann Jens Rustemeier das vereinsinterne Duell gegen seinen Mannschaftskollegen Henrik Cobbers mit 13:11 im Entscheidungssatz. Bei den Senioren 60 setzte sich BW-Akteur Michal Keil vor Thomas Elstner von der DJK Neukirchen durch. Souveräner Sieger der 70er-Klasse wurde „Tischtennis-Legende“ Karl-Heinz „Kalle“ Walbaum. Im einzigen Spiel der AK 75 gewann Rolf-Rüdiger Hartwig vom TTC Frimmersdorf-Neurath den Titel gegen Helmut Krause vom TTC Dormagen.

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