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Charakterstarke Dormagener beim Sieg gegen den ThSV Eisenach

2. Handball-Bundesliga : Dormagener zeigen ganz viel Charakter

Im ersten Spiel nach der WM-Pause lief ganz viel gegen den TSV Bayer Dormagen. Nach einer schweren Verletzung von Torwart Martin Jusbasic lag das Team gegen den ThSV Eisenach zur Pause zurück, gewann aber noch knapp mit 29:27.

Woran es letztlich lag, dass die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am Freitag in ihrem ersten Spiel nach der WM-Pause daheim gegen den ThSV Eisenach so lange brauchten, bis sie in richtig Fahrt kamen und letztlich „nur“ einen knappen 29:27 (15:18)-Sieg einfuhren, konnte niemand so richtig ergründen. Für Björn Barthel, Geschäftsführer der TSV-Handballer, rückte das Geschehen auf der Platte angesichts des schlimmen Unfalls von Torwart Martin Juszbasic ohnehin in den Hintergrund. „Wie die Mannschaft das weggesteckt und das Spiel noch gedreht hat, zeigt wieder, welchen Charakter sie besitzt“, meinte Barthel.

Letztlich wird es eine ungute Mischung aus dem Schock über die Horrorverletzung ihres Mannschaftskameraden und dem fehlenden Rhythmus nach der langen WM-Pause gewesen sein, der die favorisierten Dormagener gegen den Tabellen-13. zunächst überhaupt nicht ins Spiel finden ließ. Die Truppe von Trainer Dusko Bilanovic wirkte fahrig. Hinten bekam sie keine Stabilität in die Abwehr, so dass die Eisenacher immer wieder zu einfachen Toren über Außen aus der Sechs-Meter-Distanz kamen. Und im eigenen Angriff passierten andererseits zu viele Fehler, so dass die Gäste über Ivan Snajder und Willy Weyhrauch auch noch einige Kontertore erzielten. Weyrauch war es auch, der Eisenach erstmals in Führung brachte (5:4, 10.). Bis zur Pause baute der ThSV diesen Vorsprung auf drei Tore aus.

  • TSV-Trainer Dusko Bilanovic.⇥Foto: Salz
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Wie sehr die Dormagener neben sich standen, zeigt auch der Umstand, dass sie im bisherigen Saisonverlauf zuvor noch nie 18 Gegentreffer nach 30 Minuten hatten hinnehmen müssen. Dass es nicht noch mehr wurden, lag auch an Sven Bartmann. Im ersten Spiel nach einer langwierigen Sprunggelenksverletzung war der 33-Jährige sofort auf Betriebstemperatur. Auch im zweiten Durchgang konnten sich die Dormagener auf ihn verlassen, letztlich standen 13 Paraden zu Buche. „Svens Leistung war megawichtig. Da hat sich mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, zwei starke Torhüter zu haben“, meinte TSV-Kapitän Patrick Hüter.

Auch ihm und seinem Bruder Ian war anzumerken, dass sie nach überstandenen Corona-Infektionen, die sie sich im WM-Trainingslager der US-amerikanischen Nationalmannschaft eingefangen hatten, noch nicht wieder bei 100 Prozent waren. Doch die beiden steigerten sich genau wieder der Rest der Teams nach dem Seitenwechsel enorm. Wobei die Gastgeber in der Defensive auch davon profitierten, dass die Eisenacher in der zweiten Hälfte ziemlich einbrachen und in der Offensive viele leichte Fehler produzierten. Das und eine beherzter zupackender TSV-Abwehr führten dazu, dass Eisenach nur noch magere neunmal traf. „Das war ein Spiegelbild unserer schwankenden Leistungen in der Saison. Wir haben uns nicht belohnt“, meinte ThSV-Coach Markus Murfuni. In den letzten sieben Minuten bei einer Dormagener 27:26-Führung boten sich beiden Teams zahlreiche Chancen, dass Spiel zu entscheiden beziehungsweise es zu drehen. Doch erst kurz vor Schluss machten André Meuser und Joshua Reuland alles klar für die Gastgeber.