Jüchen : Chaos durch Kreisverkehrbau?

Die Bagger warten: Am Montag beginnt der Bau des Kreisverkehrs an der B 59/L 31. Am 8. Juli soll er fertig sein. So lange rechnet die Verwaltung mit Verkehrsproblemen und rät dazu, "Jüchen großflächig zu umfahren."

Wenn am Montag der Kreisverkehrsbau am Ortsausgang von Jüchen, Richtung Sasserath begonnen wird, dann wird die Bundesstraße 59 zum Nadelöhr: Drei Ampeln sollen den Verkehr regeln. Bis zum 8. Juli droht Jüchen der tägliche Stau. Das weiß auch die Verwaltung und gibt deshalb die Devise aus, "Jüchen großräumig zu umfahren". Aber: "Eine Vollsperrung war keine Alternative, das hätte der Landesbetrieb Straßen NRW nicht zugelassen. Auf der Bundesstraße fahren täglich zwischen 10 000 und 11 000 Autos", erläutert Dezernent Oswald Duda.

Insgesamt 613 000 Euro wird der neue Kreisverkehr kosten. Warum er an der Kreuzung B 59/L 31 notwendig ist: "In diesem Bereich gibt es bereits jetzt Probleme", sagt Oswald Duda. Als Beispiel nennt er die Abbieger aus Richtung Netto und Garzweiler. Auch Straßen NRW habe Handlungsbedarf erkannt und investiert eine viertel Million Euro in den neuen Kreisel. Für die Gemeinde ist er unverzichtbar, weil er künftig den Verkehr in das neue Wohngebiet "Jüchen West" leiten soll. "Dies soll allerdings erst erschlossen werden, wenn das Baugebiet ,Auenfeld' fertig ist", so Gemeinde-Sprecher Norbert Wolf. Für ein Teil des Areals (gegenüber des Discounters Netto) besteht bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan für ein Mischgebiet. "Hier könnte sich Einzelhandel und Handwerk ansiedeln", so Duda.

Nicht über B 59 fahren

Durch Umleitungen soll ein Verkehrskollaps vermieden werden: Von Odenkirchen kommend, sollten Autofahrer über die A 44 fahren. Aus Richtung Grevenbroich sollte im Kreisel in Wey der Weg über Neuenhausen Richtung Grevenbroich/Gierath gewählt werden. Um Hochneukirch zu erreichen, kann man auf die Grubenrandstraße ausweichen. "So lange am Kreisverkehr gebaut wird, haben wir drei Hinweisschilder für die Umleitungen aufgestellt", erläutert Duda.

Auch für die Ingenieure wird der Bau eine Herausforderung: Zum einen, weil sie mit schweren Teilen arbeiten müssen, zum anderen, weil zahlreiche Versorgungsleitungen durch das Gebiet laufen. "Es kann nie ausgeschlossen werden, eine Telefonleitung zu treffen – je nachdem, wie alt die Pläne sind", sagt Ingenieur Stefan Esser von "Isaplan". Da in fünf Meter Tiefe gearbeitet werde, könne auch das Wetter zum Problem werden: "Bei drei Tagen Starkregen würden wir in Verzug geraten", so Esser. – "Der Zeitplan ist ehrgeizig, aber zu halten", sagt Bauleiter Rainer Clasen. Am 8. Juli soll der Kreisel West fertig sein – dann beginnt der Bau für den 3M-Kreisverkehr am entgegengesetzten Ende von Jüchen.

(NGZ)