Tour-Profi aus München wurde Deutscher Meister: Cejka kann doch auf dem Birkhof siegen

Tour-Profi aus München wurde Deutscher Meister : Cejka kann doch auf dem Birkhof siegen

Von David Beineke

Von David Beineke

Auch wenn sich Alexander Cejka nach seinen Niederlagen in den Jahren 2000 und 2001 stets als fairer Verlierer zeigte, dass der Stachel der Enttäuschung sehr tief steckte, gab er Sonntag nach seinem letztlich souveränen Sieg beim Galeria Kaufhofpokal auf dem Rittergut Birkhof offen und ehrlich zu. "Es ist wirklich eine große Freude für mich, hier endlich mal wieder gewonnen zu haben. Schließlich bin ich immer als der Topfavorit auf den Birkhof gekommen. Und es hat schon verdammt weh getan, knapp abgefangen worden zu sein", meinte der Tour-Profi, "wenn ich es dieses Mal wieder nicht geschafft hätte, hätte es wohl keinen Sinn gehabt, noch mal wieder zu kommen." Alexander Cejka (Mitte) bekam als Gesamtsieger gleich zwei Siegerpokale überreicht, den für den Internationalen und den für den Nationalen Deutschen Meister. Mit ihm freuten sich nicht nur die Zweitplatzierten Marcel Siem (2. v.l.) und John Morgan (2. v.r.), sondern auch Nikolaus Peltzer vom DGV, Wolfgang Kraus aus dem Vorstand der Kaufhof AG, DGV-Vizepräsident Jürgen Wegmann und Pascal Vincent als Vertreter der European Challenge Tour.

Doch mit seinem zweiten Sieg nach 1998 auf dem Rittergut in der Tasche dachte der gebürtige Tschechoslowake schon wieder ans nächste Jahr. "Als Titelverteidiger muss ich im nächsten Jahr eigentlich wieder kommen." Das Ausrichtertrio, bestehend aus dem Deutschen Golf Verband (DGV), der Kaufhof AG und dem Golfpark Rittergut Birkhof, wird's gern gehört haben, denn auch in diesem Jahr war Cejka Publikumsmagnet und Galionsfigur des Turniers. Das war auch bitter nötig, denn in der zurückliegenden Turnierwoche galt es, mit zwei Hauptschwierigkeiten fertig zu werden. Zum einen orientierten sich die besten Profis der Challenge Tour zum parallel laufenden und besser dotierten Turnier im französischen Saint Omer, zum anderen war das Wetter an den vier Turniertagen alles andere als zuschauerfreundlich.

Selbst am Finaltag hat es morgens noch geregnet, bevor dann gegen Mittag noch strahlender Sonnenschein einkehrte. "Das unbeständige Wetter hat uns heute bestimmt noch mal 1000 Zuschauer gekostet", bilanzierte denn gestern auch Birkhof-Besitzer Hans-Georg Osterspey. Doch während für das Wetter niemand etwas kann, will man im nächsten um jeden Preis eine Überschneidung mit einem anderen Turnier der Challenge-Kategorie vermeiden. "Wie das Turnier in diesem Jahr von der organisatorischen Seite her gelaufen ist, motiviert uns schon fürs nächste Jahr", meinte Wolfgang Kraus aus dem Vorstand des Titelsponsors Kaufhof AG, "wir sind auch bereit das Preisgeld nochmals anzuheben, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass es parallel kein anderes Turnier gibt. DGV-Vizepräsident Jürgen Wegmann hat uns aber schon die Zusage gegeben."

Marcel Siem behielt am 18. Loch die Nerven, trotz einer missglückten Annäherung an die Fahne gelang der Put zum Par und zum zweiten Platz.

Aber auch wenn sich einige Profis in Frankreich aufhielten, auf gutes und vor allem spannendes Golf brauchten die gestern trotzdem zahlreich erschienen Zuschauer nicht zu verzichten. Alexander Cejka hatte sich am verregneten Samstag, wo erst mit fünfstündiger Verspätung angefangen werden konnte, die Führung zurückerobert und ging mit zwei Schlägen Vorsprung (13 unter Par) vor den beiden Engländern John Morgan und Charles Challen (beide -11) auf die letzte Runde. In einem Flight mit Challen hatte er einen direkten Verfolger an seiner Seite, wurde aber mit dem Druck gut fertig. "Ich wusste, dass zwei Schläge Vorsprung nicht viel sind und bin voll konzentriert zur Sache gegangen", erklärte Cejka später, der direkt gut loslegte.

Bis zum siebten Loch hatte er auf jeder Bahn eine Birdie Chance, am achten Loch war es dann soweit. Als nach einem weiteren Birdie an Loch neun, auch der Putt am zehnten Loch fiel, quittierte Cejka das mit der "Becker-Faust". "Da wir mir klar, dass ich auf dem Weg zum Sieg war." Der war dann endgültig besiegelt, als er auch noch am 15. Loch ein Schlag unter Par blieb, am Ende kam er mit -17 ins Klubhaus. Dem Druck nicht gewachsen war Charles Challen, der die letzte Runde mit 73 beendete und mit einem Gesamtergebnis von -10 auf einem geteilten 10. Platz zurückfiel. Besser lief's da schon für John Morgan, der immerhin zwei unter Par spielte, sich auf -13 verbesserte und damit den zweiten Platz hielt. Den musste er sich allerdings mit Jungprofi Marcel Siem vom Kölner Golfclub Lärchenhof teilen.

Da der mit dem unbedingten Willen ins Turnier gestartet war, unter die ersten Drei zu kommen, war er natürlich sehr zufrieden: "Es war wichtig, endlich auch mal in Deutschland ein gutes Turnier zu spielen. Außerdem sind meine Chancen, mich wieder für die European Tour zu qualifizieren, wieder deutlich gestiegen." Nach einem schwächeren zweiten Tag hatte sich Siem am Samstag auf Platz acht vorgekämpft (-9) und gestern mit einer weiteren 68er-Runde Platz zwei perfekt gemacht. Wenig zu holen gab es in diesem Jahr für die besten deutschen Amateure. Bester war Christian Schunck auf einem geteilten Rang 36, der Neusser Christian Reimbold, im Jahr 2000 noch Sieger auf dem Birkhof, schaffte nicht einmal den Cut. "Das ist mir hier noch nie passiert, ich habe einfach schlechtes Golf gespielt", meinte Reimbold. Nach einer Zahnoperation noch nicht wieder in Bestform war Titelverteidiger Wolfgang Huget aus Wegberg, er kam mit insgesamt -3 auf Platz 36.

(NGZ)
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