Jüchen: CDU schweigt - die anderen nicht

Jüchen: CDU schweigt - die anderen nicht

Jüchen Gut eine Woche ist es her, dass Bürgermeisterin Margarete Kranz sich dafür entschieden hat, bei der Kommunalwahl 2009 nicht erneut anzutreten. Über ihre Aussage hinaus, dass sie das "notwendige Vertrauensverhältnis zu einigen wenigen Funktionsträgern" der CDU als "nachhaltig gestört" ansieht, mag sich die Bürgermeisterin zu ihren Gründen nicht weiter äußern.

Jüchen Gut eine Woche ist es her, dass Bürgermeisterin Margarete Kranz sich dafür entschieden hat, bei der Kommunalwahl 2009 nicht erneut anzutreten. Über ihre Aussage hinaus, dass sie das "notwendige Vertrauensverhältnis zu einigen wenigen Funktionsträgern" der CDU als "nachhaltig gestört" ansieht, mag sich die Bürgermeisterin zu ihren Gründen nicht weiter äußern.

Gleiches gilt auch für ihre Partei: Eine offizielle Erklärung der CDU oder gar eine politische Bewertung des Verzichts von Margarete Kranz gibt es bislang nicht und wird es aller Voraussicht nach auch künftig nicht geben: "Ich akzeptiere ihre Entscheidung", lässt sich der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende André Meyer immerhin entlocken, der jedoch ansonsten der Devise folgt, "Personalangelegenheiten hinter verschlossenen Türen zu diskutieren" und im Übrigen ein knappes "Kein Kommentar" folgen lässt.Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Norbert Esser mag sich nicht äußern. Umso meinungsfreudiger zeigt sich demgegenüber die politische Konkurrenz, die kein Hehl aus ihren Sympathien für Margarete Kranz macht.

Nachdem die Fraktionsvorsitzenden von SPD und FDP, Dr. Holger Tesmann und Herbert Altenberg, bereits in ihren ersten Reaktionen ihr Unverständnis geäußert haben, legen sie nach den Sitzungen ihrer Fraktionen jetzt noch einmal kräftig nach: "Wenn die Vernunft für Jüchen gesprochen hätte, dann würde Margarete Kranz für das Bürgermeisteramt weiter zur Verfügung stehen und ein potenzieller Nachfolger sich langfristig in Fraktionsarbeit oder Verwaltung auf das zukünftige Amt vorbereiten", meint Holger Tesmann, der führende Unionsvertreter heftig attackiert: "Bloßer Anspruch aus persönlichem Ehrgeiz wie bei Herrn Kriesemer, populistische Großsprecherei wie bei Herrn Meyer und von Ressentiments geprägte Umtriebigkeit wie bei Herrn Esser haben das zum Schaden für Jüchen verhindert."

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Der SPD- Vertreter weiter: "Nun stehen diese Herren sprachlos vor der Öffentlichkeit, als könnten sie das Ergebnis ihrer Taktik mit gutem Gewissen nicht wahrhaben", legt Tesmann nach. Politisch sei es dabei immer um die Frage gegangen, ob "Kommunalpolitik für die ganze Gemeinde verantwortlich ist oder nur für das Interesse einer jeweiligen Klientel" - sie im Sinne der letzteren beantwortet zu haben, wirft Holger Tesmann dem CDU-Fraktionschef vor. Eine offene Frage ist für ihn, "warum andere gestandene Vertreter der CDU-Fraktion diese Entwicklung nicht haben steuern können - oder wollten sie nicht? Ist die große Mehrheit der CDU-Fraktion so wenig pragmatisch und politisch einsichtig, dass sich die Auseinandersetzung um die Person der Bürgermeisterin nicht lohnte?"

Die Jüchener Liberalen sind besorgt, ob die Politik in der Gemeinde nach der Kommunalwahl 2009 "weiter auf dem derzeitig positiven Weg betrieben wird, oder ob eine Änderung der handelnden Personen zu einer Verschlechterung der Lage führen wird." Der FDP-Fraktionsvorsitzende Herbert Altenberg wird deutlich: "Wir fragen uns, warum plötzlich ein neuer Name ins Spiel gebracht wird, obwohl die Arbeit, die Ergebnisse und die Beliebtheit von Margarete Kranz keinen Anlass hierfür geben. Es ist nicht nachvollziehbar, und dies offenbar nicht nur für die FDP."

(NGZ)
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