Tennis : BW wehrt sich gegen Gerüchte

Eine schriftliche Bitte an die Mitglieder um Spenden hat zu Spekulationen über eine finanzielle Schieflage beim TC BW Neuss geführt. "Wir sind nicht pleite", betont Vorsitzender Jochen Hierl, der im November zurücktritt.

Eine Energiekosten-Nachzahlung in Höhe von 15 000 Euro war es, die den Stein ins Rollen brachte. Weil dadurch ein kurzfristiges Liquiditätsproblem entstand, verschickte der Tennisclub BW Neuss im September einen Spendenaufruf an seine Mitglieder. Und schon fing die Gerüchteküche an, ganz kräftig zu brodeln. "Unglaublich, was da alles die Runde gemacht hat", berichtet BW-Vorsitzender Jochen "Lupo" Hierl, "doch ich sage es nach mal ganz deutlich: Wir sind nicht pleite."

Wie es zu diesen Spekulationen kommen konnte und wie der Vorstand die ausufernden Energiekosten in den Griff bekommen will, das soll den Mitgliedern auf einer außerordentlichen Versammlung am Sonntag, 13. November, erklärt werden. Weiterer Tagesordnungspunkt: Hierl und sein Stellvertreter Lutz Steinhöfel werden von ihren Ämtern zurücktreten, um dann einen Nachfolger wählen zu lassen.

Eigentlich wäre Hierls Amtszeit nach vier Jahren erst bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung nächsten März ausgelaufen. "Ich hätte ohnehin nicht weitergemacht, weil es meine berufliche Situation nicht mehr zulässt", erklärt Hierl. Dass er schon früher abdankt, begründet er damit, dass er den Weg für seinen Wunschkandidaten freimachen will. "Das ist nämlich Andreas Jülich, der sich schon um viele Umbauarbeiten auf unsere Anlage gekümmert hat und jetzt auch die Erneuerung der Heizungsanlage managt", sagt Hierl.

Über die stetig steigenden Energiekosten für Klubhaus und Tennishalle wird bei den Blau-Weißen schon lange diskutiert, doch die extrem hohe Nachzahlung und ein Defekt der Klubhaus-Heizung haben den Handlungsdruck mit Blick auf den bevorstehenden Winter plötzlich so erhöht, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht wurden. Mit Hilfe eines Kredits über 90 000 Euro mit 20 Jahren Laufzeit wird die komplette Heizungsanlage auf den neusten Stand gebracht.

"Das Gute ist, dass wir mit Finanzierung und künftigen Energiekosten weniger zahlen als bisher, also sogar noch Geld sparen", erklärt Hierl. Dass das Projekt bei Andreas Jülich in guten Händen ist, lässt sein Beruf erahnen. Der 60-Jährige ist gelernter Versorgungstechniker und arbeitet heute als Spezialist für technisches Gebäudemanagement. Bei BW ist er seit vier Jahren Mitglied, seit einem Jahr auch Vorsitzender des Ältestenrates.

In dieser Funktion wird auch er es gerne hören, dass der Spendenaufruf nicht nur Gerüchte auslöste, sondern auch erfolgreich war. Die eigentlich für nächsten März geplante Umlage auf die rund 370 Mitglieder wird geringer ausfallen, als zunächst angedacht. Hierl rechnet sogar mit noch mehr Spenden: "Dann können wir vielleicht sogar ganz auf die Umlage verzichten."

(NGZ)