Tennis : BW Neuss will weiter sparen

In der Tennis-Bundesliga rumort es. Der Rochusclub Düsseldorf hat alle Spielerverträge gekündigt und der TC Radolfzell auf den Aufstieg verzichtet. Der TC BW Neuss sieht sich zwar gut gerüstet, kürzt den Etat aber weiter.

Aktuell schreibt die Tennis-Bundesliga keine positiven Schlagzeilen. Wegen Kürzungen der Sponsorenleistungen von Air Berlin hat der Rochusclub Düsseldorf alle Spielerverträge gekündigt und wird nächste Saison sicher nicht zu den Titelfavoriten zählen, außerdem hat sich in Gestalt des TC Radolfzell überraschend der Zweitliga-Meister zurückgezogen, verzichtet also auf sein Aufstiegsrecht.

Marc Raffel, Bundesliga-Specher und Teammanager beim TC BW Neuss, sieht darin aber kein generelles Problem der Eliteklasse: "Die ist weiterhin ein attraktives Produkt."

Daran hatte Düsseldorf bislang mit stark besetzten Mannschaften aber immer großen Anteil, war bei Heimspielen mit über 3000 Zuschauern der Krösus der Liga. Dass künftig abgespeckt werden muss, liegt daran, dass Air Berlin nach dem Rückzug von Firmenchef und Rochusclub-Mitglied Achim Hunold zwar das vereinbarte Budget zur Verfügung stellt, aber die ganzjährigen Freiflüge für die Spieler gestrichen hat.

"Das hat bestimmt 30 bis 40 Prozent des Gesamtetats ausgemacht", schätzt Marc Raffel, der in dem Einschnitt nicht nur Negatives sieht: "In der Liga wirkt sich das vielleicht positiv auf die Spielerhonorare aus, und der Verein bekommt die Gelegenheit, sich zu konsolidieren und ein bodenständigeres Team aufzubauen." Teamchef Detlef Irmler hat jedenfalls angekündigt, einen Neuanfang mit jungen deutschen und internationalen Spielern angehen zu wollen.

Diesen Schritt haben die Neusser bereits hinter sich, wobei sie planen, den Etat von 150 000 Euro der vorigen Saison noch mal um zehn bis 20 Prozent zu reduzieren. Raffel möchte den Niederländer Jesse Huta Galung und den Österreicher Andreas Haider-Maurer als Ankerspieler halten und darüber hinaus auf junge Spieler wie den Argentinier Frederico del Bonis setzen.

Bleiben sie den Blau-Weißen tatsächlich erhalten, wird es auch für sie ein Wiedersehen mit dem TC BW Krefeld geben. Denn nachdem der TC Radolfzell wegen des Abschieds des Hauptsponsors seinen Rückzug verkündet und auch der TC Großhesselohe aus Zweitliga-Dritter zum wiederholten Male auf den Aufstieg verzichtet hatte, kamen wieder die Krefelder ins Spiel. Obwohl sie zum zweiten Mal in Folge sportlich abgestiegen waren.

Die insgesamt geringe Bereitschaft der Zweitligisten, den Sprung nach oben zu wagen — 2010 verzichtete auch der TV Osterath — führt Raffel allerdings nicht auf eine zu große finanzielle Kluft zurück. Vielmehr seien es die zusätzlichen Verpflichtungen, die die Eliteklasse mit sich bringt, die viele nicht stemmen könnten. "Wir müssen den Zuschauern etwas bieten", sagt Raffel. Damit die Vereine künftig ganz genau wissen, was auf sie zukommt, gilt ab der nächsten Saison ein verbindlicher Anforderungskatalog.

(NGZ/rl)