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BW Neuss vor Heimspielen gegen Mannheim und Großhesselohe

Tennis-Bundesliga : BW Neuss hofft auf seinen Topspieler

Beim Doppelspieltag vor heimischem Publikum würde der Tennis-Bundesligist aus der Quirinusstadt gegen Mannheim und Großhesselohe gerne Botic van de Zandschulp aufbieten. Doch der Niederländer ist nach Wimbledon müde.

Ein wenig ehrfürchtig blickt Marius Zay auf die Aufstellungen der Konkurrenz am ersten Spieltag der Tennis-Bundesliga. „Das war ja Wahnsinn, was da alles auf dem Platz stand“, sagt der Teammanager des TC BW Neuss. Er selbst hätte auch liebend gerne einen seiner drei Top-100-Spieler im Kader im Auftaktmacht gegen den Rochusclub Düsseldorf aufgeboten. Auch weil das nicht klappte, gab es zum Auftakt eine Niederlage, so dass die Neusser vor den beiden Heimspielen am Freitag (13 Uhr) und am Sonntag (11 Uhr) schon ein wenig unter Zugzwang stehen. Das Problem: In Gestalt des amtierenden Meisters TK GW Mannheim und des Vorjahresdritten TC Großhesselohe kommen zwei überaus ambitionierte Gegner an die Jahnstraße.

Am liebsten würde Zay in beiden Partien den Niederländer Botic van de Zandschulp an Nummer eins aufbieten. Einerseits, um dem Publikum den Spieler zu präsentieren, der Neuss seit 2017 die Treue hält, obwohl er sich steig weiterentwickelt hat und in den vergangenen Monaten bis auf Platz 25 der Weltrangliste stürmte. Anderseits, um den wahrscheinlich exzellent besetzten Gästeteams sportlich mehr entgegenzusetzen. Doch da gibt es ein Problem. Nach seinem Achtelfinal-Aus beim Grand Slam in Wimbledon in drei Sätzen gegen Rafael Nadal am späten Montagabend fühlt sich der 26 Jahre körperlich ausgelaugt. „Er ist müde und weiß noch nicht, ob er spielen kann“, weiß Marius Zay zu berichten. Das will schon etwas heißen, denn in der Vergangenheit hat der Niederländer es immer irgendwie möglich gemacht, für die Blau-Weisen aufzulaufen, wenn es der Turnierkalender zuließ. Nun ist er zunächst in die niederländische Heimat gereist, um Kraft zu tanken. Der BW-Teammanager hat mit van de Zandschulp mehrere Optionen durchgesprochen, so wäre auch denkbar, dass er nur im Einzel antritt. „Botic will grundsätzlich spielen, aber er berät sich auch mit seinem Trainer und seinem Physiotherapeuten. Wir telefonieren am Donnerstag noch mal, um eine Entscheidung zu treffen“, erklärt Marius Zay.

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Was dem Teammanager die Lage noch zusätzlich erschwert, ist der Umstand, dass ihm seine beiden anderen Top-100-Spieler auf keinen Fall zur Verfügung stehen. Der neue Chilene Alejandro Tabilo hat sich mit einer Armverletzung gleich für mehrere Wochen abgemeldet und der Franzose Benjamin Bonzi hat sich nach Wimbledon entschieden, in die USA zu reisen, um dort weiter auf Gras zu spielen. Und als wäre das nicht genug, gestaltet sich auch die Planung mit den anderen Kandidaten für die beiden ersten Heimpartien in dieser Saison alles andere als einfach, sie sind noch bei Challenger-Turnieren unterwegs. Der einzige Spieler, der sicher am Freitag dabei ist, ist der Spanier Javier Barranco (ATP 253). Der Tscheche Zdenek Kolar (ATP 119) spielte am Mittwochabend in Braunschweig, der Italiener Franco Agamenone (ATP 143) in Salzburg. „Wenn sie ausscheiden, kommen sie zu den Spielen“, sagt Marius Zay. In der Hinterhand hat er auch noch den vor der Saison neu verpflichteten Portugiesen Pedro Sousa, der in diesem Jahr von Rang 172 auf 391 in der Weltrangliste abgestürzt ist. Der 34-Jährige spielte allerdings zuletzt auf Hartplatz, so dass nicht klar ist, wie es um seine aktuelle Leistungsfähigkeit auf Sand bestellt ist.

Ziemlich viele Fragezeichen also vor den beiden Heimpartien gegen die Schwergewichte der Liga. Doch Teammanager Marius Zay ist erfahren genug, um sich davon nicht verrückt machen zu lassen. Im vergangenen Jahr gelang es ihm auch immer wieder, den Aufstellungspoker bestmöglich für die Blau-Weisen zu gestalten. Damals sparng zum Beispiel am zweiten Spieltag mit van de Zandschulp und Javier Barranco ein wichtiger 4:2-Sieg beim TC Großhesselohe heraus. „Wir werden jede einzelne Partie mit Vollgas angehen. Wir wissen doch auch wie das geht. Alle unsere Jungs haben schon Top-100-Spieler geschlagen“, betont Zay. Und vielleicht kommt Botic van de Zandschulp ja auch wieder zeitig zu Kräften.