BW Neuss steigt aus der Tennis-Bundesliga ab

Tennis-Bundesliga: Zwei sang- und klanglose Niederlagen

Beim 1:5 in Halle wehrt sich wenigsten Bernabe Zapata Miralles, gegen Krefeld stellt BW Neuss jeglichen Widerstand ein.

Dass Clinton Thomson, 33 Jahre alt, längst nicht mehr im Turnierzirkus aktiv und beim TC Blau-Weiss Neuss als eine Art „Spielertrainer“ beschäftigt, und der ein Jahr ältere Frederik Nielsen, der auf der ATP-Tour nur noch im Doppel unterwegs ist, am gestrigen Sonntag den „Ehrenpunkt“ holten, sagt alles: Sang- und klanglos hat sich der Immer-Noch-Rekordmeister der Tennis-Bundesliga nach nur einem Jahr wieder aus selbiger verabschiedet.

Dass das Unterfangen Klassenerhalt schwer werden würde, war angesichts der Tabellen- und der Personalsituation zu erwarten. Doch ein wenig mehr Widerstand hätten die Neusser schon leisten können als bei ihren 1:5-Niederlagen am Samstag beim nun entthronten Titelverteidiger Blau-Weiss Halle und einen Tag später gegen den mit starkem Team und ebensolchem Anhang angereisten Nachbarn aus Krefeld.

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Am Samstag leistete den allerhöchstens Bernabe Zapata Miralles, der den favorisierten Niederländer Thiemo de Bakker in den Champions-Tiebreak zwang und diesen nur knapp mit 7:10 verlor. Dafür hielt sich der unorthodox spielende Spanier dann mit einem Sieg im Doppel an der Seite von Botic Van De Zandschulp schadlos. Gegen Krefeld versagte dann auch der 21-Jährige, gab gegen Federico Gaio den ersten Satz in nicht einmal einer Viertelstunde mit 0:6 ab und ließ auch danach sein enormes kämpferisches Potenzial nur ab und an aufblitzen.

Vielleicht hatten ihn die Geschehnisse auf den anderen Plätzen auch zu sehr deprimiert. Botic Van de Zandschulp leistete sich beim 3:6, 5:7 gegen Federico Gaio den nächsten Offenbarungseid, verspielte dabei im zweiten Satz eine 4:1-Führung mit Chance auf ein weiteres Break. Vaclav Safranek kämpfte gegen Andrea Collarini zwar vorbildlich, zeigte nach einer 5:1-Führung im Champions-Tiebreak aber, dass „Gewinnen-können“ offenbar nicht zu den mentalen Stärken des Tschechen gehört (er verlor 6:10). Und über das 2:6, 2:6 seines Landsmanns Zdenek Kolar gegen den schon 37-jährigen, auf der Weltrangliste von Platz acht (2011) auf Rang 541 durchgereichten Jürgen Melzer breitet man besser den Mantel des Schweigens. „Verdient abgestiegen,“ – dem Fazit von Teamchef Marius Zay ist nichts hinzuzufügen.