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Tennis: BW Neuss fehlen drei Matchpunkte zum Ziel

Tennis : BW Neuss fehlen drei Matchpunkte zum Ziel

Mit einem Sieg oder einem Unentschieden beim Bremerhavener TV kann BW Neuss morgen den Verbleib in der Tennis-Bundesliga feiern.

Solch ein Abstiegsfinale hat es selten gegeben in der Tennis-Bundesliga: Vor dem morgigen letzten Spieltag der 43. Saison müssen vier Klubs noch um den Verbleib im Oberhaus des Deutschen Tennis-Bundes bangen. Und alle vier stehen sich ab 11 Uhr in zwei direkten Duellen gegenüber.

Das eine wird auf der Tennisanlager am Adolf Hoff-Weg in Bremerhaven ausgetragen. Bringt der TC Blau-Weiss Neuss von seinem Gastspiel bei den dort beheimateten "Seelöwen" mindestens drei Matchpunkte mit, hat er sein Saisonziel, den Ligaverbleib, aus eigener Kraft sichergestellt. Verliert der Bundesliga-Rekordmeister die Partie beim bislang punktgleichen Neuling, ist er auf Schützenhilfe angewiesen. Die kann entweder Wacker Burghausen leisten, indem es gleichzeitig in seinem Heimspiel gegen BW Krefeld mindestens einen Punkt holt, oder der Lokalrivale aus der Seidenstadt, indem er die Burghausener mit 6:0 abfertigt.

Dietmar Skaliks möchte sich auf solche Rechenexempel am liebsten gar nicht einlassen: "Wir müssen am Sonntag selber sehen, dass es reicht", sagt der Neusser Stahlhändler am Ende seiner ersten Saison als Teamchef der Blau-Weissen. Und schiebt gleich hinterher: "Und ich bin da auch recht optimistisch." Denn aufstellungstechnisch hat er noch einmal alle Register gezogen, wofür allerdings "ein finanzieller Klimmzug" nötig war: In Flavio Cipolla, Peter Gojowczyk, Antonio Veic, Gerard Granollers und Stefan Seifert stehen ihm die Positionen drei, fünf, sechs, acht und zehn seines Kaders zur Verfügung.

Möglicherweise stößt auch die Nummer zwei noch dazu. Doch Filippo Volandri war am Freitag Abend noch beim Turnier in San Marino im Einsatz, wo er im Viertelfinale auf den Franzosen Guillaume Rufin traf (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor). Doch selbst wenn er dabei den Kürzeren ziehen sollte, ist sich Skaliks noch nicht im Klaren, ob er den Italiener tatsächlich nach Bremerhaven einfliegen lassen soll: "Mit Spielern, die direkt aus einem Turnier kommen, haben wir zuletzt nicht so gute Erfahrungen gemacht", sagt der Teamchef.

Das umso mehr, als "wir auch ohne Filippo ein starkes Aufgebot beisammen haben, das uns mit Cipolla, Gojowczyk und Granollers auch gute Möglichkeiten in den Doppeln bietet", ist Skaliks überzeugt. Wen die "Seelöwen" dem entgegen setzen werden, weiß nocgh keiner so richtig: Ihre Spitzenspieler Paolo Lorenzi, der an einer Fußverletzung laboriert, Thiemo de Bakker und Federico Del Bonis sollen auf jeden Fall unabkömmlich sein. Wahrscheinlicher ist, dass der Aufsteiger wie am vergangenen Sonntag beim 6:0 über Wacker Burghausen mit Peter Torebko, dem Ex-Neusser Rudi Machado, Marc Sieber, Daniele Giorgini oder Juan Aranguren aufläuft.

Die "Seelöwen" setzen dabei auf ihre begeisterungsfähigen Zuschauer, von denen rund tausend am Adolf-Hoff-Weg erwartet werden. Auch dem wollen die Neusser etwas entgegensetzen: Dreißig BW-Anhänger machen sich morgen früh mit einem Fanbus und zwei Privatwagen auf nach Bremerhaven - in der Hoffnung, dass es nicht die vorerst letzte Fahrt zu einem Erstliga-Spiel sein wird.

(NGZ)