Tennis: BW krönt Aufholjad mit dem ersten Saisonsieg

Tennis : BW krönt Aufholjad mit dem ersten Saisonsieg

Aus einem 0:2-Rückstand machte Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiss am Sonntanachmittag im Düsseldorfer Rochusclub noch einen 4:2-Sieg.

Gegen 14 Uhr war Dietmar Skaliks die Lust aufs Mittagessen gründlich vergangen: 0:2 lag der TC Blau-Weiss nach der ersten Einzelrunde zurück im Lokalduell beim Düsseldorfer Rochusclub. Und auch im zweiten Durchgang sah es nicht gerade gut aus für die nach zwei Spieltagen der Tennis-Bundesliga noch sieglosen Neusser: Peter Gojowczyk hatte gerade seinen ersten Satz gegen den Ex-Neusser Jesse Huta-Galung mit 5:7 abgegeben. Und Filippo Volandri quälte sich in der brütenden Hitze des Center-Courts beim 4:4-Zwischenstand gegen den spanischen Sandplatzwühler Albert Montanes.

Zweieinhalb Stunden später verspürte der Neusser Stahlhändler, seit Saisonbeginn Teamchef des Bundesliga-Rekordmeisters, plötzlich Lust auf eine Currywurst: "Ich muss 'was essen, sonst stehe ich das nicht durch", stöhnte Skaliks angesichts der dramatischen Wende unterm strahlend blauen Himmel am Rolander Weg.

Denn plötzlich eröffnete sich den bereits totgesagten Gästen die Chance auf einen Punktgewinn, ja sogar auf einen möglichen Sieg. Volandri zwang mit richtig gutem Tennis die Düsseldorfer Nummer zwei mit 6:4, 6:3 in die Knie. Gojowczyk zermürbte Huta-Galung, im Vorjahr noch blau-weisser Publikumsliebling, mit einem Kraftakt sondergleichen: Nach dem 5:7 im zweiten Satz häuften sich beim Niederländer die Fehler — bezeichnend, dass er dem Münchner dessen zehnten Punkt im Champions-Tiebreak mit einem Doppelfehler bescherte.

Beide machten damit die Auftaktpleiten eines zwar kampfstarken, aber immer noch nicht richtig zu seinem Spiel findenden Leonardo Mayer — das Spitzeneinzel war auf Wunsch der Düsseldorf an den Anfang der Partie gelegt worden — gegen Pablo Andujar (1:6, 4:6) und des eigens eingeflogenen Flavio Cipolla wett, der beim 0:6, 1:6 gegen Igor Sijsling eine indiskutable weil emotionslose Vorstellung ablieferte.

Und es sollte noch besser kommen: Der 6:3-Satzgewinn der erstmals in dieser Formation zusammen spielenden André Begemann und Leonardo Mayer gegen das spanische Doppel Andujar/Montanes trieb Skaliks erst einmal zum Imbissstand. Als er zurückkam, hatte sich auf dem Nebenplatz gerade die wundersame Wende vollzogen: Volandri und Gojowczyk lagen gegen Jesse Huta Galung und Martin Emmrich schon 3:6, 2:4 zurück, als sie die Kampfkraft packte: Über 4:4 drehten sie Satz Nummer zwei in ein 6:4 zu ihren Gunsten.

Jetzt überschlugen sich die Ereignisse, denn auf dem Center-Court bogen Begemann/Mayer gerade in den Tiebreak ein. Der blieb bis 6:6 ganz eng, dann bescherten zwei Aufschläge des aus Düsseldorf nach Neuss gewechselten André Begemann ("Hier zu gewinnen, das tut schon richtig gut") Punkt Nummer drei für die Gäste. Dem sechs Minuten später der erste Saisonsieg folgte: Wieder war es Huta Galung, der den entscheidenden Ball zum 10:7 für Gojowczyk/Volandri im Champions-Tiebreak ins Netz setzte. Und in seinem Teamchef Detlev Irmler die Erkenntnis reifen ließ: "Das ist eine ganz schmerzliche Niederlage im Hinblick auf unseren Klassenerhalt. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt",

(NGZ)
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