Tennis : BW ist krasser Außenseiter

Alles andere als zwei Niederlagen wäre eine faustdicke Überraschung aus Sicht des TC Blau-Weiss Neuss an diesem Wochenende. Der steht am zweiten und dritten Spieltag der Tennis-Bundesliga nämlich vor "zwei ganz schweren Auswärtsaufgaben", wie Marc Raffel unumwunden zugibt.

Welche von beiden die schwierigere ist, da möchte sich der Teamchef des Bundesliga-Rekordmeisters nicht festlegen. "Ich rechne damit, dass unsere beiden Gegner mit jeweils ganz starken Mannschaften antreten", ist er vor dem Aufeinandertreffen mit dem TC Blau-Weiss Halle (heute ab 13 Uhr, Gerry-Weber-Sportpark in Halle) und am Sonntag beim Erfurter TC Rot-Weiß (ab 11 Uhr, Martin-Anderson-Nexö-Straße in Erfurt) überzeugt.

Heute Nachmittag bedeutet das ein Wiedersehen mit alten Weggefährten. Denn in Gestalt von Marcel Granollers-Pujol, Robin Haase, Potito Starace und Daniel Gimeno-Traver stehen bei den Westfalen gleich vier Akteure unter Vertrag, die dies einst auch an der Neusser Jahnstraße taten. Raffel rechnet damit, dass sein Kollege Thorsten Liebich Haase und Granollers auf jeden Fall aufbieten wird.

Zum Saisonauftakt waren beide noch nicht am Start; da fertigten Albert Ramos-Vinolas, Ruben Ramirez-Hidalgo, Simone Bolelli und Daniel Gimeno-Traver den SV Wacker Burghausen vor 2100 Zuschauern mit 5:1 ab, den einzigen Punkt quittierte dabei das Doppel mit Gimeno-Traver und Christopher Kas in drei Sätzen gegen Philipp Oswald und Johannes Ager.

Dass es heute ähnlich deutlich zugehen wird, steht für Raffel noch lange nicht fest: "Natürlich wird es schwer, aber chancenlos, den einen oder anderen Punkt zu holen, sind wir nicht." Zu diesem Unterfangen bietet er Jesse Huta-Galung, Stefan Seifert und Gerard Granollers-Pujol auf, an Position vier hat er sich noch nicht zwischen dem 20 Jahre alten Finnen Micke Kontinnen und dem ein Jahr jüngeren Max Hertl entschieden.

So oder so ein deutlich schwächeres Aufgebot als das zum Auftakt, der mit 2:4 gegen den Düsseldorfer Rochusclub verloren ging. Da spielte Huta-Galung an Position vier, heute ist der Niederländer (Nummer 217 der Weltrangliste) die Neusser Nummer eins. Zum Vergleich: Halles Nummer zwölf (!), der Spanier Pere Riba-Madrid, wird von der ATP auf Position 127 (!) gelistet.

Raffel ficht das nicht an: "Huta-Galung kann immer punkten, egal auf welcher Position er spielt, und Stefan Seifert ist zur Zeit in sehr guter Form." Auch die Aussicht, nach drei Spieltagen noch punktlos zu sein, schreckt den Neusser Teamchef nicht: "Die entscheidenden Spiele kommen ja noch."

(NGZ/rl)