Korschenbroich : Buretheater feiert Premiere

Das Glehner Buretheater hat die Generalprobe ihres neuen Lustspiels "Alois, wo woes Du diß Neiht?" im Frangensaal bestanden. Die Verwechslungsgeschichte in Mundart sorgt für reichlich Lacher. Heute ist Premiere.

Bauer Alois Rieger hat einen schweren Kopf. Hans Wilhelm Brunner schläft total übermüdet fast im Stehen ein. Gemeinsam haben sie eine Kneipentour hinter sich, und gemeinsam haben sie auch gar keine Erinnerung mehr an die letzte Nacht. Während Brunner verzweifelt versucht, gegenüber seiner Frau Annsche ein Alibi aufzubauen, schläft Alois noch schnarchend im Bett.

Seine Frau Cilli ist deshalb natürlich mächtig sauer, schließlich wird großer Besuch erwartet: Sohn Toni kommt mit seiner jungen kanadischen Frau Bessy in die Heimat. Und für den Besuch sollte Alois Rieger in der Stadt einige Besorgungen erledigen.

Er sei mit dem Bürgermeister in eine Herrenrunde geraten und habe die ganze Nacht über Politik geredet, erzählt Alois seiner Frau. Tatsächlich waren die beiden im Lokal "Ruede Kater" versackt, wo beide heftig mit einer gewissen Lilly geflirtet haben. "Ich bin mir sicher, dass sich alles als harmlos herausstellen wird", sagt Alois Rieger zu Cilli. Doch plötzlich kommt Lilly aus einem Zimmer — und der Vorhang fällt zum Ende des ersten von drei Akten.

Das Glehner Buretheater spielt "Alois, wo woes Du diß Neiht" im Frangensaal. Das Lustspiel von Hans Lellis haben Martina Heuser, Gerda Speck und Friedrich Türks ins Glehner Platt "übersetzt". "Mir hatte diese Verwechslungsgeschichte auf Anhieb gefallen", sagt Martina Heuser. Das Chaos auf dem Riegerhof ist aber nicht nur der Sauftour des Hofherrn und des Bürgermeisters geschuldet. — Ein halbes Jahr hat das Buretheater ihren neuen Dorfschwank geprobt.

Neu im Ensemble ist Frank Reimann als ältester Sohn Toni. Für ihn war Platt kein Problem. "Nur wenn sich die Darsteller vertun und aus ihrem Text herauskommen, dann ist es schwierig für sie, in Mundart weiterzuspielen", weiß Martina Heuser. Bei Gerda Speck wird dies kaum der Fall sein. Sie spricht hinter der Bühne genauso wie vor Publikum, allerdings nicht ständig mit so vielen Beleidigungen wie Cilli Rieger: "Trottel", "Blödmann" oder "Quatschkopp" gehören zu ihrem gängigen Wortschatz.

Über 20 Vorstellungen gibt das Buretheater in den kommenden Monaten. Die Generalprobe am Mittwochabend gaben sie ebenfalls vor Publikum. Knapp 200 Verwandte und Freunde durften der Vorpremiere im Frangensaal beiwohnen. Ein gutes Verständnis von Glehner Platt ist dabei von Nöten. So blieb es aber auch kurzweilig, denn "Alois, wo woes Du diß Neiht" dauert mit Pausen fast dreieinhalb Stunden. Schließlich "nümp alles eh jot Eng". Heute ist Premiere. Sie ist ausverkauft, doch für Samstag und Sonntag gibt's noch ein paar Karten.

(NGZ)