Fußball : Bundesliga-Stars zum Anfassen

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des SC Kapellen trat Borussia Mönchengladbach vor 3000 Zuschauern im Erftstadion gegen den MSV Duisburg an. Der Erstligist setzte sich bei Familienfest-Atmosphäre mit 3:1 durch, der SCK erntete Komplimente von allen Seiten.

Das eigentliche Spektakel begann für viele Fans erst nach dem Abpfiff: Als Schiedsrichter Christian Bandurski das Testspiel zwischen Fußball-Erstligist Borussia Mönchengladbach und Zweitligist MSV Duisburg beim Stande von 3:1 beendete, stürmten etliche Fans auf den Rasen des Kapellener Erftstadions, um Autogramme und Fotos von ihren Idolen zu ergattern.

Auf die Flut der Anhänger reagierten die Profis ganz unterschiedlich. Einige steuerten rasch und zielsicher den Kabinentrakt an, andere stellten sich der Masse geduldig zur Verfügung. Wie etwa Borussias Innenverteidiger Roel Brouwers: Der Niederländer stand den Zuschauern minutenlang Rede und Antwort und schien den Rasen gar nicht mehr verlassen zu wollen. "Der Austausch mit unseren Fans ist mir sehr wichtig und macht Spaß", sagte er. Auch Duisburgs Coach Milan Sasic stellte sich in aller Ruhe den — zahlenmäßig klar unterlegenen — MSV-Anhängern. "Das sind unsere Fans, das ist unsere Verpflichtung. Wir sind stolz, bei diesem Jubiläum dabei zu sein", meinte der bodenständige Kroate.

Das Fußballspiel an sich schien ob des ganzen Rummels im mit 3000 Zuschauern ausverkauften Erftstadion fast schon in den Hintergrund zu rücken. Beide Mannschaften traten überwiegend mit der bestmöglichen Aufstellung an, ließen es bei glühender Hitze aber ruhig angehen, Martin Stranzl brachte Borussia nach einer Ecke von Yuki Otsu in Führung. Nach der Pause erhöhten der in Gnadental wohnende Mike Hanke und Roman Neustädter mit einem tollen Freistoßtor. "Den hab' ich noch nicht oft so getroffen", meinte Neustädter nach dem Abpfiff mit einem grinsen im Gesicht. Duisburgs Daniel Reiche gelang mit einem Heber kurz vor Schluss der verdiente Anschlusstreffer.

Bei den Besuchern hinterließen die Teams einen bleibenden Eindruck. Etwa bei den Einlauf-Kindern aus der Kapellener Jugend, die auch nach getaner Arbeit noch etwas neben sich standen. Der E-Jugendliche Senad Burniz wusste gar nicht mehr, an wessen Hand er den Rasenplatz überhaupt betreten hatte. "Das war doch der Otsu", half ein Kumpel aus. Martina Hoffmann aus Neuss folgt ihren Duisburger Idolen derweil auf Schritt und Tritt: "Ich bin bei jedem Spiel, so nah kommt man aber selten ran. Wir Zebras sind hier zwar in der Unterzahl, aber das macht nichts."

Jupp Breuer, Vorsitzender des Gastgebers, war nach kraftraubenden Wochen der Vorbereitung mit dem Ergebnis hochzufrieden: "Ich bin natürlich erleichtert, dass wir das so positiv über die Bühne gebracht haben. Zwei Profiteams im Rhein-Kreis, das hat es bisher noch nicht gegeben." An mehr Zuschauer kann sich Hermann-Josef Koch, Vorsitzender des Fußball-Kreises, nur aus seiner Jugendzeit erinnern, als die Heimspiele des VfR Neuss in der Regionalliga noch ein Ereignis waren. "Damals sind wir mit großen grün-weißen Fahnen zum VfR gefahren, das waren oft über 6000 Leute." Dass es ein Spektakel wie am Samstag in absehbarer Zeit wieder geben wird, bezweifelt Breuer: "Da hat einfach alles gepasst, das lässt sich nur schwer wiederholen."

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(NGZ)