Jüchen : BUND will grünen Graben

Die Jüchener Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat am Graben hinter der Robert-Bosch-Straße zu Heuballen gepresstes Mahdgut ausgebreitet. Mit diesem Verfahren soll der Graben begrünt werden.

Während die Wiese hinter der Realschule bereits blüht, wird im nächsten Frühjahr auch der Bereich am neuen Graben hinter der Robert-Bosch-Straße ein Blickfang sein. Dort haben vier Mitarbeiter der Jüchener Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt durch Mahdgutübertragung das komplette Artenspektrum der Spenderwiese übertragen.

"Mahdgut ist gemähtes Heu, das frisch auf die Wiese aufgebracht werden muss, um Faulen zu vermeiden", erklärt die Biologin und BUND-Aktivistin Luzie Fehrenbacher.

Immer mehr Wiesenblumen seien in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Landschaftsbild der Gemeinde verschwunden. "So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, wie eine Kornblume oder eine Wiesenflockenblume aussieht", sagt Fehrenbacher.

Um in Jüchen die Artenvielfalt von Wiesen und Wegrändern zu erhöhen, hatten der BUND und die Jugendgruppe "BUNDSpechte" in den vergangenen Jahren Wildblumensamen gekauft und auf ausgewählten Flächen ausgesät. "Wir haben darauf geachtet, dass das Saatgut aus der Region kommt, denn nur so können die Anpassungen an die lokalen Klima- und Bodenbedingungen erhalten bleiben", so Fehrenbacher.

Saatgut aus Nachzuchten sei jedoch selten und teuer, von einigen Wildblumenarten gebe es erst gar kein Saatgut zu kaufen. "Deshalb sind wir auf die Mahdgutübertragung gekommen, die seit einigen Jahren sehr erfolgreich erprobt wird." Artenreiche Wiesen werden gemäht und der frische Schnitt auf andere Flächen ausgebracht. Um den Transport zu erleichtern, können die gemähten Wiesenpflanzen noch frisch zu Rundballen gepresst und verladen werden.

Dadurch bleiben die Samenstände an den Stängeln und lösen sich nicht, bevor sie auf die Fläche gelangen. "Auch wenn das Projekt langfristig in Absprache mit der Gemeinde Jüchen geplant war, erforderte die eigentliche Aktion einen sehr kurzfristigen Einsatz. Der Termin für das Mähen der Wiese wird meist kurzfristig und abhängig von der Wetterlage entschieden", sagt Fehrenbacher. Einen Tag nach dem Mähen müsse der gepresste Ballenwieder ausgebreitet werden.

"Wir wollen Jüchen schöner machen und der Monotonie, die durch die großen landwirtschaftlichen Flächen sowie den Tagebau entstanden ist, etwas entgegensetzen", sagt Fehrenbacher. Daher soll es in den kommenden Jahren weitere Mahdgutübertragungen geben.

(NGZ)