Weltmeister Peter Philipp gab Gymnasiasten Tipps: Bumerang-Werfen bald im Sport-Unterricht?

Weltmeister Peter Philipp gab Gymnasiasten Tipps: Bumerang-Werfen bald im Sport-Unterricht?

Zu einer recht ungewöhnlichen Premiere kam es Montag Mittag im Sportunterricht der Klasse 7a des Gymnasiums: Auf dem angrenzenden Sportgelände konnten die Jungen und Mädchen sich erstmals hautnah mit einer Sportart vertraut machen, die in Deutschland zunehmend Resonanz findet, ohne schon den ganz großen Durchbruch geschafft zuhaben. Weltmeister Peter Philipp gab den Gymnasiasten gestern wertvolle Tipps: Möglicherweise soll das Bumerang-Werfen bald Einzug in den Sportunterricht der Jüchener Schule halten. NGZ-Foto: M. Reuter

Zu einer recht ungewöhnlichen Premiere kam es Montag Mittag im Sportunterricht der Klasse 7a des Gymnasiums: Auf dem angrenzenden Sportgelände konnten die Jungen und Mädchen sich erstmals hautnah mit einer Sportart vertraut machen, die in Deutschland zunehmend Resonanz findet, ohne schon den ganz großen Durchbruch geschafft zuhaben. Weltmeister Peter Philipp gab den Gymnasiasten gestern wertvolle Tipps: Möglicherweise soll das Bumerang-Werfen bald Einzug in den Sportunterricht der Jüchener Schule halten. NGZ-Foto: M. Reuter

Was sich ja unter Umständen in absehbarer Zeit ändern wird, denn das Bumerang-Werfen könnte durchaus Eingang in den künftigen Sportunterricht finden. Möglich machen es die neuen Richtlinien des Landes, wie Klassenlehrer Peter Philipp sagt, der die 7a auch in Sport unterrichtet. Neben den "Klassikern" gibt es nunmehr auch Raum für bislang weniger gängige Sportarten.

Dass das Werfen eines Bumerangs eigentlich schon immer eine solche war, machte am Montag ein kompetenter Experte deutlich: Heinz-Willi Dammers, der zwei Mal Deutscher Meister war und sich sogar den Weltmeistertitel im Bumerang-Werfen sichern konnte, führte die Schüler in einem halbstündigen Vortrag gleichsam in die Theorie ein, der dann der für viele erste praktische Test mit dem Wurfgerät folgte.

Im Unterschied zum Wurfholz der australischen Ureinwohner handelt es sich beim Bumerang denn auch keineswegs um eine Jagdwaffe. Wie Dammers sagte, habe der Bumerang vielmehr schon immer als Sport-, Spaß- und Kultgerät gedient - und zwar keineswegs allein in Australien, denn auch in Ägypten, Holland, Polen und Finnland haben Archäologen Bumerangs gefunden. Die Funktionsweise des vermeintlich simplen Holzgeräts eingehend zu erläutern, wäre ein durchaus interessantes Thema für den Physikunterricht.

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Ein aus Sperrholz (bei Fortgeschrittenen kann es auch gutes Baumholz sein) gefertigter, etwa 50 Zentimeter großer und 90 Gramm schwerer Bumerang weist einen Winkel von 145 Grad auf, wobei er sich durch zwei Bewegungskomponenten auszeichnet. Zum einen rotiert er, andererseits bewegt er sich natürlich - zunächst - nach vorn. Immer vorausgesetzt, der Bumerang ist richtig konstruiert, entwickelt er unvermeidlich einen Linksdrall (bei Rechtshändern) und beschreibt eine Kurve von 360 Grad.

Ob er nun tatsächlich immer zum Absender zurückkehrt, hängt natürlich von dessen Geschick, beziehungsweise Laufvermögen ab. Denn allein im Stehen lässt sich dieser Sport nicht betreiben, wie Heinz-Willi Dammers demonstrierte. Kaum ein gutes Haar ließ der Dürener an den gängigen Geräten, die zum Teil seit Jahrzehnten im Handel seien, ohne wie ein richtiger Bumerang zu funktionieren. Dammers setzt vor allem auf selbst gebaute Bumerangs, die keineswegs nach einem Schema konstruiert sein müssen.

Als Anschauungsmaterial mitgebracht hatte er verschiedene Typen, wie etwa den als Kinderbumerang fungierenden Propeller und die noch kleinere Mini-Ausgabe. Auch eher juxige Teile - wie ein zumindest politisch veraltetes "Hammer und Sichel"-Modell - zeigten sich als funktionsfähige Flugobjekte mit Rückkehrgarantie. Die im Schnitt etwa 13 Jahre alten Jungen und Mädchen zeigten sich von der originellen Abwechslung angetan und machten eifrig mit.

Die Gefahr, dass vielleicht hin und wieder der Scheit besonders streng nachgezogen werden könnte, ist beim Bumerang-Werfen übrigens relativ gering. Die Wahrscheinlichkeit, verletzt zu werden, ist beim Fuß- oder Handball statistisch größer. S.M.

(NGZ)
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