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Korschenbroich: Bürgerprotest gegen Lagerhalle

Korschenbroich : Bürgerprotest gegen Lagerhalle

Die Anlieger in der Fragenhütte laufen Sturm: Ihnen soll eine zehn Meter breite Lagerhalle vor die Nase gesetzt werden. Ihre Einwände fanden bislang kein Gehör. Heute entscheidet die Politik hinter in geheimer Sitzung.

Wenn heute der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege zusammenkommt, wird sich die Politik ein drittes Mal mit der für die Fragenhütte geplanten Lagerhalle befassen. Hinter verschlossenen Türen wird der Tagesordnungspunkt beraten.

Die Verwaltung schlägt der Politik vor, dort eine zehn Meter breite und 6,50 Meter hohe Lagerhalle mit Satteldach zulasten eines 15 Meter breiten Pflanzstreifens zu genehmigen. Auf diese versprochene Grünzone, die längst als Sicht- und Lärmschutz beschlossen war, warten die Anlieger heute noch. Die Bürger sind in großer Sorge, sie wollen keine weiteren Gewerbeansiedlungen in ihrer direkten Nachbarschaft: "Wir fürchten, dass die Stadt den Hallenbau genehmigt und uns — trotz aller Einwände — vor vollendete Tatsachen stellt. Damit würde der Schulweg zu einer großen Gefahr."

Nachbarschaft hofft auf Politik

Nachdem der Bürgerprotest gegen die geplante Lagerhalle bislang keinen Erfolg zeigte, zog Raimund Steigels jetzt mit einem sorgenvollen Brief an alle Ratsfraktionen die Notbremse. Er hofft, mit dem Schreiben die Politik auf die Seite der besorgten Bürger zu ziehen. Im Namen der "Nachbarschaft Fragenhütte" listet er sechs Problemfelder auf und stellt zudem fest: "Aufgrund der aktuellen Erfahrungen fehlt der Nachbarschaft jegliche Vertrauensbasis in das Handeln der Verwaltung."

Ein Unternehmer, der in Glehn eine Produktionsstätte für technische Keramik betreibt, will das Grundstück neben der Gewerbeansiedlung Stoffel kaufen und dort die "umstrittene Lagerhalle" bauen. Die Anlieger befürchten durch diese neue Lagerhalle nicht nur zusätzlichen Lärm, sondern auch viel mehr Verkehr. In der Verwaltungsvorlage heißt es hingegen, dass "in der Halle nur selten genutzte Materialien gelagert würden mit geringfügigem An- und Ablieferverkehr".

In den der Redaktion vorliegenden Beratungsunterlagen steht auch: "Der Auffassung der Nachbarschaft, dass eine Reduzierung des Pflanzstreifens die Grundzüge der Planung verändert, folgt die Verwaltung nicht." Die Stadt schlägt deshalb in Abstimmung mit dem Antragsteller aus Glehn vor, die Pflanzstreifen zur Wohnbebauung von 15 auf fünf Meter zu verschmälern.

"Der Überschreitung des Baufensters und der Reduzierung und teilweisen Verlagerung des festgesetzten Pflanzstreifens" hat Amtsleiter Dieter Hoffmans bereits in einer Befreiung von Juni zugestimmt. Anwohner Peter Fiethen befürchtet, dass die Politik heute "aus wirtschaftlichen Gründen eine Bebauungsplan-Änderung auf Kosten der Anwohner herbeizaubert". Fiethen überlegt bereits den Klageweg zu beschreiten.

(NGZ/rl)