Jüchen : Bürgermeister-Trio ist komplett

Walter Finken (FDP) und Horst Schröder (CDU) sind die Stellvertreter von Bürgermeister Harald Zillikens. Die SPD, die mit Joachim Drossert bisher einen Vizebürgermeister stellte, ging in der konstituierenden Sitzung des Rats leer aus.

Walter Finken (FDP) und Horst Schröder (CDU) sind die Stellvertreter von Bürgermeister Harald Zillikens. Die SPD, die mit Joachim Drossert bisher einen Vizebürgermeister stellte, ging in der konstituierenden Sitzung des Rats leer aus.

Jüchen So zügig ging der Gemeinderat in der Vergangenheit nur selten zu Werke — und wird es aller Voraussicht nach künftig nicht allzu häufig tun (können). Nach gerade einmal fünf Minuten konnte der Altersvorsitzende Heinz Behr gestern Abend in Haus Katz einen der wichtigsten Tagungsordnungspunkte der konstituierenden Sitzung des neuen Rats abschließen: Der 74-jährige CDU-Politiker vereidigte Bürgermeister Harald Zillikens, der am 30. August gewählt wurde und am 21. Oktober seinen Dienst im Rathaus angetreten hat.

Vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Norbert Esser gab es Blumen, für die SPD hatte deren Fraktionschef Dr. Holger Tesmann ein Buchgeschenk mitgebracht. "1-2-3- Schuldenfrei", lautet der Titel des vom Langenfelder CDU-Bürgermeister Marcus Stähler verfassten Werks, mit dessen Vorstellungen zur Haushaltskonsolidierung sich die Jüchener SPD sehr wohl anfreunden könne, wie Dr. Tesmann feststellte. Den Hinweis, dass in Jüchen mit Blick auf die politische Couleur zuweilen spiegelverkehrt diskutiert werde, mochte sich der Sozialdemokrat nicht verkneifen.

Für Harald Zillikens waren die vergangenen Monate "eine besonders intensiv erlebte Zeit." Bei seinem Amtsantritt vor gut zweieinhalb Wochen habe er "ein gut bestelltes Haus mit motivierten Mitarbeitern vorgefunden." Der Bürgermeister bekräftigte, "auf eine enge Zusammenarbeit der Verwaltung mit dem Rat großen Wert" zu legen. Für die kommenden fünf Jahre wünsche er sich "einen Diskussionsstil, der den Anderen und die Meinung des Anderen respektiert und achtet."

Harald Zillikens zufolge "ist zu befürchten, dass die im Bund diskutierten Steuersenkungen die desolate Haushaltssituation weiter verschlechtern werden." Die finanzielle Situation werde sich auch für Jüchen "deutlich verschlechtern", manch Wünschenswerte werde wohl verschoben werden müssen, erklärte der Bürgermeister in seiner ersten Rede vor dem Gemeinderat. Einen Lichtblick sieht er darin, dass es bei der Gewerbesteuer bisher keine Einbrüche gebe: Harald Zillikens wertet dies als Bestätigung dafür, dass "in der Wirtschafts- und Ansiedlungspolitik der richtige Weg eingeschlagen worden ist."

Erwartungsgemäß fiel die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter aus: Für den von CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen unterstützten Vorschlag, Walter Finken (FDP) zum ersten und Horst Schröder (CDU) zum zweiten Vertreter von Harald Zillikens zu machen, votierten 33 Mitglieder des 46-köpfigen und vollzählig vertretenen Gemeinderats. Auf den Vorschlag der SPD, den bisherigen Amtsinhaber Joachim Drossert zu einem der stellvertretenden Bürgermeister zu machen, entfielen lediglich 13 Stimmen. Doch nicht im Gemeinderat vertreten sein wird übrigens die "Linke".Deren Spitzenkandidat Heiner Lindgens hat die Partei bereits "vor einigen Wochen verlassen", will jedoch im Rat als fraktionsloses Mitglied weiterarbeiten.

Ursächlich für seinen Austritt seien nicht zuletzt Differenzen mit der Kreispartei und die Besetzung von Kreistagsausschüssen gewesen, so Lindgens gegenüber der NGZ.

Die Politiker gedachten auch der während der vergangenen fünf Jahre verstorbenen Ratsmitglieder und sachkundigen Bürger:Nach langer Krankheit gestorben ist gestern der Sozialdemokrat Rüdiger Wolff, der über Jahrzehnte hinweg zu den prägenden Köpfen der Jüchener SPD zählte.

Der Rat wird bereits am 19. November wieder tagen: Dann werden die Ausschüsse gebildet.

(RP)