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Jüchen: Bürgerhaus könnte für Kita-Plätze herhalten

Jüchen : Bürgerhaus könnte für Kita-Plätze herhalten

In einer Sondersitzung berät der Hauptausschuss am 15. Mai über den Neubau oder den Umbau des Bürgerhauses für zwei Kita-Gruppen.

"Muss das wirklich so teuer sein?" Vor dieser Frage steht die Gemeindeverwaltung. Sie muss bis August 2014 35 Kita-Plätze in Jüchen schaffen. Durch den Zuzug junger Familien besonders im Auenfeld ist die Nachfrage größer als das Angebot. "Wir stehen unter enormen Zeitdruck", sagte Bürgermeister Harald Zillikens vor den Mitgliedern des Schul- und Jugendausschusses. Dazu kommt noch ein finanzieller Druck für die überschuldete Gemeinde. Sie muss zwischen 1,2 Millionen Euro (für einen Umbau) und 1,4 Millionen Euro (für den Bau einer neuen Einrichtung) investieren.

In 16 Monaten müssen zwei kleine altersgemischte Gruppen in Jüchen eingerichtet werden. In Gesprächen zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Jugendamt des Rhein-Kreises wurden unterschiedliche Optionen geprüft: etwa der Umbau der viergruppigen Kita "Villa Kunterbunt" und ihre Erweiterung um die Räume des Archivs. "Realistisch sind aber nur zwei Optionen", sagte Bürgermeister Harald Zillikens jetzt im Ausschuss. Dazu gehören der Umbau des Bürgerhauses an der Rektor-Thoma-Straße und der Neubau einer zweigruppigen Kita an der Stadionstraße. Die Fläche gehört der Gemeinde und ist zurzeit an den Reiterverein Hochneukirch-Jüchen verpachtet.

Die Verwaltung favorisiert die Umbau-Variante: nicht nur, weil sie um 200 000 Euro kostengünstiger ist, sondern weil sie weitere Ausgaben rund um das Bürgerhaus reduzieren würde. Zurzeit müssen 55 0000 Euro pro Jahr für den Unterhalt des Bürgerhauses Jüchen aufgebracht werden. "Wir haben bereits erste Gespräche mit dem Betreiber des Bürgerhauses, dem FSV Jüchen, und dem Bürgerschützen- und Heimatverein geführt", erläuterte Zillikens. Auch die Schützen nutzen die Halle zu verschiedenen Veranstaltungen – so wie am Wochenende, wenn Seniorenkaffee, Königsschießen und Versammlung terminiert sind. Außerdem werden die Räumlichkeiten für Märkte an Ostern und St. Martin genutzt.

In der Sondersitzung des Hauptausschusses am Mittwoch, 15. Mai, wird auch eine zweite Variante auf den Tisch kommen: der Neubau einer Kita an der Stadionstraße. "In Jüchen besitzt die Gemeinde nur ein Grundstück, das für dieses Projekt groß genug wäre", erläutert der Bürgermeister. Müsste erst das Areal gekauft werden, würde dies zu teuer werden.

Befürchtungen, dass die beiden neuen Kita-Gruppen langfristig überflüssig werden, trat Antonius Berheide vom Kreisjugendamt entgegen: "Wegen des U3-Ausbaus werden die Gruppen kleiner. Deshalb sind auch langfristig Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahre gefragt." Außerdem werde der Bedarf an Betreuung langfristig noch weiter zunehmen. – "Dies ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die wir noch vor einigen Jahren für unmöglich gehalten haben. Doch ihr muss man Rechnung tragen", sagte Michael Paschke für die CDU.

(NGZ)