Jüchen : Bürgerbus soll 2011 starten

Der Bürgerbus soll im dritten Jahr in die schwarzen Zahlen fahren. Das sehen Berechnungen des Bürgerbusvereins vor. Noch gibt es eine Finanzierungslücke für den Bus-Kauf. Vor dem Start muss erst noch der Kreis zustimmen.

Gerechnet wurde viel beim Bürgerbus-Verein. das Team um Vorsitzenden Hubert Noehlen hat der Gemeinde Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgelegt. Danach soll der von ehrenamtlichen Fahrern gesteuerte Kleinbus schon im dritten Jahr in die schwarzen Zahlen rollen. Auf diese und andere Daten wartet der Rhein-Kreis Neuss, neben dem Rat muss nämlich auch die Kommunalaufsicht dem Projekt zustimmen. "Wir brauchen die Entscheidung möglichst schnell", sagt Noehlen. Der Verein plant den Bürgerbus-Start für "Frühjahr oder Frühsommer 2011".

Zum Hintergrund: Der Bürgerbus-Verein kann mit 30 000 Euro Landeszuschüssen für den Kauf des Busses und mit jährlich 5000 Euro für die Organisationskosten rechnen. Voraussetzung: Die Gemeinde übernimmt eine Bürgschaft — vorgesehen sind 50 000 Euro für zehn Jahre. Das Problem: Laut Kommunalaufsicht darf die Gemeinde, die sich in der Haushaltssicherung befindet, keine neuen freiwilligen Aufgaben übernehmen, wenn sie nicht die Kosten woanders einspart. Zudem fragt der Kreis, ob neben dem vorhandenen Anrufsammeltaxi (AST) Bedarf für ein weiteres Verkehrsmittel vorhanden ist.

Dazu gab der Verein Antworten, die auch dem Hauptausschuss vorlagen: "Viele Fragen sind geklärt, bei manchen Punkten muss noch nachgesteuert werden", erläutert Technischer Dezernent Oswald Duda. Ein Knackpunkt: Für die Finanzierung des rund 38 000 Euro teuren Busses fehlen noch 6000 Euro. "Die versuchen wir durch Sponsoren hereinzubekommen", so Noehlen gestern. Wie er betont, stelle der Bürgerbus keine Konkurrenz zu vorhandenen Buslinien und zum AST dar, sondern übernehme eine Zubringerfunktion. Die anderen Linien seien an Zielen außerhalb der Gemeinde ausgerichtet oder verkehrten lediglich an Schultagen. Das AST fahre zudem nur nach Anmeldung der Fahrt. Der Bürgerbus dagegen soll die kleinen Orte vor allem im Norden der Gemeinde mit Jüchen verbinden.

Nach den Berechnungen des Vereins würde der Bus im ersten Jahr bei 5660 Fahrgästen — zwei je Fahrt — ein minus von 7440 Euro einfahren, im zweiten Jahr — bei durchschnittlich drei Fahrgästen — 560 Euro. Fürs dritte Jahr werden 4190 Euro Überschuss kalkuliert. Noch sind die Daten nicht im Kreishaus. "Wenn alle Zahlen und die Zustimmung der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr zur geplanten Fahrtroute vorliegen, geben wir sie erst in die Politik und dann an den Kreis", so Duda. Laut Noehlen will der Verein "alle Fraktionsvorsitzenden einladen und ihnen das Bürgerbus-Konzept vorstellen".

(NGZ)