Jüchen : Bürgerbus kommt später

Eigentlich sollte der Bürgerbus im April starten. Daraus wird nichts: Der Verein kämpft noch mit bürokratischen Hürden. Auch die nötige Zustimmung des Rhein-Kreises ist ungewiss. Einen Vorantrag im Sommer hat er abgelehnt.

Der Bürgerbus soll die Menschen im Jüchener Norden an das öffentliche Verkehrsnetz anschließen – aber ob er je fahren wird, ist noch unklar. Der Bürgerbus-Verein, der eigentlich schon im April 2011 mit den Fahrten beginnen wollte, kämpft noch mit bürokratischen Hürden. Die Mitglieder müssen das wirtschaftliche Konzept verbessern, bei einem ersten Entwurf im September 2010 blieben nach Ansicht der Gemeinde Jüchen noch ungeklärte Fragen. Die Vereinsmitglieder hoffen jetzt, dass der Bus im September starten kann.

Die Finanzierung ist aber noch nicht gesichert: Der Bürgerbus braucht eine Bürgschaft der Gemeinde Jüchen in Höhe von 50 000 Euro für zehn Jahre. Diese Bedingung stellt das Land für seinen finanziellen Zuschuss. Weil Jüchen Nothaushaltskommune ist, muss der Rhein-Kreis der Ausgabe zustimmen. "Einen Vorantrag der Gemeinde im Sommer hat der Kreis abgelehnt", so Gemeinde-Sprecher Norbert Wolf. Man könne noch nicht beurteilen, welche Chancen der fertige Antrag habe.

Der Bürgerbus soll von Dyck über Aldenhoven und Bedburdyck zehn Ortschaften ansteuern, Ende der Strecke ist der Jüchener Bahnhof. Das Besondere: Die Fahrer des Linienbusses, der zu festen Zeiten verkehrt, sind alle Ehrenamtler. In vielen Kommunen, unter anderem Korschenbroich, fahren Busse nach diesem Konzept schon.

Fahrer haben sich in Jüchen schon einige gemeldet. Mehr Probleme macht dem Verein derzeit der Verwaltungsaufwand. Damit die Buslinie genehmigt wird, braucht es die Zustimmung des Kreises, für die das Wirtschaftskonzept erstellt werden muss. Auch eine Genehmigung der Linie durch die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV) steht noch aus. Darüber hinaus muss ein Vergleich zwischen Bürgerbus und Anrufsammeltaxi vorgelegt werden.

Der Zeitplan war deshalb nicht einzuhalten, sagt Vereinsmitglied Holger Tesmann. "Wir haben zügig gearbeitet. Es war eine Menge zu entscheiden." In den nächsten Wochen sei das Wirtschaftskonzept fertig. Tesmann hofft, dass es bereits bei der Ratssitzung am 21. März vorgelegt werden kann.

Im April soll der praktische Teil beginnen. Die Fahrer brauchen eine Ausbildung, das Fahrzeug, das die NVV bestellen wird, muss umgebaut werden. Dann soll es endlich losgehen. "Die ehrenamtlichen Fahrer warten darauf, dass sie endlich fahren können", sagt Tesmann.

(NGZ)