Korschenbroich : Bürger-Votum für Pumpen

Die intensive Werbung für das Modell zur "Kappung der Grundwasserspitzen" hat Erfolg: Die Briefe sind unterwegs. Lassen sich alle bisherigen Absichtserklärungen in Verträge umwandeln, wird ab Winter in vier Orten gepumpt.

Einen riesigen Schritt in Richtung Grundwasser-Lösung konnte Bürgermeister Heinz Josef Dick in dieser Woche machen. Nach Kleinenbroich und Herrenshoff gab's jetzt auch in den für das Erftverbandsmodell vorgesehenen Orten Raderbroich und Pesch ausreichend Absichtserklärungen der Bürger, sich an den Pumpkosten zu beteiligen. Eigentlich hätte sich Dick nach dieser guten Nachricht erst einmal entspannt zurücklehnen können. Doch der Bürgermeister hält sich mit seiner Freude noch zurück: "Jetzt müssen die Absichtserklärungen der Bürger erst in Verträge umgewandelt werden." Vorausgesetzt, alle angekündigten Verträge werden noch bis Mitte März unterschrieben, kann ab Dezember 2011 in Kleinenbroich, Herrenshoff, Raderbroich und Pesch Grundwasser abgepumpt werden.

Im Bauamt an der Hindenburgstraße 58 haben Amtsleiter Dieter Hoffmans, Theo Verjans und Claudia Schröder alle Hände voll zu tun. Die Verträge für Kleinenbroich wurden bereits zur Wochenmitte versandt, die Briefe für Herrenshoff sind vorbereitet und gehen am Montag zur Post. Es folgen dann zeitversetzt die Grundwasser-Kappungs-Verträge für Raderbroich und Pesch.

Zum Hintergrund: Der Erftverband hat sich bereiterklärt, das seinerzeit von der Kreisgrundwasser-Kommission angeschobene Modell zur Kappung der Grundwasserspitzen in den vier Korschenbroicher Ortsteilen gegen die Kostenerstattung durch die Stadt umzusetzen. Die Betriebskosten werden – laut Ratsbeschluss von 2006 – aufgeteilt: 20 Prozent trägt die Stadt Korschenbroich, 80 Prozent zahlt der Bürger. Die zur Unterschrift vorbereiteten Verträge haben eine Laufzeit von zehn Jahren.

Kleinenbroich Vier Brunnen in Kleinenbroich sollen im Rahmen des Modells in Betrieb gehen. 656 Verträge wurden für Kleinenbroich versandt. Jeder Unterzeichner verpflichtet sich pro Jahr 80 Euro fürs Pumpen, zu zahlen.

Herrenshoff In Herrenshoff gibt es aktuell 190 Absichtserklärungen. Die zu unterzeichnenden Verträge weisen einen zu leistenden Jahresbetrag von 184 Euro aus.

Raderbroich Nur schleppend erfolgten die Rückmeldungen. "50 Bürger haben sich nach der zweiten Anfrage bereiterklärt, mehr als die in der Modellrechnung kalkulierten 146,36 Euro zu zahlen", so Dick. Das Ergebnis: In Raderbroich werden 75 Verträge geschlossen. Die maximale Forderung pro Jahr gibt Dick mit 161 Euro an.

Pesch Und auch in Pesch ist die Stadt noch von ihrem erhofften Ziel – von 180 Verträgen – weit entfernt: "Dort werden aktuell 155 Verträge mit einem Maximal-Betrag von 149 Euro vorbereitet", so Dick. Und er wirbt weiter: "Jeder kann sich noch fürs Pumpen entscheiden."

(NGZ)