Korschenbroich : Bürger helfen in Bulgarien

Es mangelt an Geld und einem Ansprechpartner: Trotz Enttäuschungen errichtete der Verein "Humanitäre Hilfe Korschenbroich" jetzt einen Spielplatz in Sofia. Der Vorsitzende überlegt, auch in Griechenland zu helfen.

Chronischer Geldmangel und Enttäuschungen halten den Verein "Humanitäre Hilfe Korschenbroich" nicht davon ab, weiterhin schwer aktiv zu sein. Zurzeit gibt es in Goze Delschev Probleme, weil eine Ansprechpartnerin nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb sind der Vorsitzende Josef Hoffmann und seine Leute jetzt in Sofia und in Montana im Norden Bulgariens aktiv geworden.

"Die Kinder sind begeistert"

Nettjalka Zwetkova hatte sich jahrelang darum gekümmert, dass in Goze Delschev die Hilfstransporte zweckentsprechend eingesetzt werden konnten. "Nach einer Veränderungen der politischen Mehrheitsverhältnisse ist Frau Zwetkova auf eine andere Stelle versetzt worden", beklagt Josef Hoffmann, der es vermeidet, sich in die bulgarische Politik einzumischen. In Goze Delschev war vor allem ein Altenheim massiv von Korschenbroich aus unterstützt worden. "Der Bürgermeister von Goze Delschev hat jetzt empfohlen, die Hilfe vorübergehend einzustellen", sagt Hoffmann, dem bereits neue Anfragen vorliegen.

Da ist zum Beispiel die Stadt Montana im armen Norden Bulgariens. Dort hat die Humanitäre Hilfe Korschenbroich im Jahr 2004 beim Aufbau und der Einrichtung eines Heimes für 72 geistig behinderte Männer mitgeholfen. In der strukturschwachen, aber landschaftlich sehr schönen Region freuten sich die Menschen jetzt unter anderem über Lebensmittel, Inkontinenzware und zum Teil fabrikneue Kleidung. Die Spielgeräte für den Spielplatz in Sofia kamen von einer sozialen Einrichtung aus Düsseldorf. "Ich habe die Geräte zum Teil aufbereitet. Als sie in Sofia montiert wurden, waren der Ansturm und die Begeisterung der Kinder groß, es ist kaum vorstellbar, wie die Kids da rumgeturnt sind", freut sich Hoffmann. Aber so ganz zufrieden ist er mit der Aktion noch nicht: "Der Sand müsste ausgetauscht werden, außerdem soll der Spielplatz vernünftig eingefriedet werden." Und er hat Kontakte geknüpft, über die er neue Kleidung in größeren Mengen beziehen kann. Sechs Paletten Textilien hat er bereits abgeholt. Verteilt werden sollen sie unter anderem in Altenheimen, Behindertenheimen und Waisenhäusern.

Josef Hoffmann verrät, dass er angesprochen wurde, auch etwas für das nicht weit von Bulgarien entfernte Griechenland zu tun. "Ich habe mir Bedenkzeit erbeten", erklärt Hoffmann, in dessen Halle viele Sachspenden lagern, darunter Lebensmittel, die nicht endlos haltbar sind. Vor kurzem konnte er sich nur einen halben Lkw-Transport leisten. Jetzt hofft Josef Hoffmann weiterhin auf Spenden für das Projekt in Bulgarien.

(NGZ)