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Korschenbroich: Bürger diskutieren über Verkehr im Ort

Korschenbroich : Bürger diskutieren über Verkehr im Ort

Einbahnstraße, Fußgängerzone, bauliche Maßnahmen: Die Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation im historischen Ortskern sind vielfältig. Doch nicht alle sind sinnvoll. Das zeigt ein entsprechendes Gutachten. Der CDU-Ortsverband Korschenbroich stellt es den Bürgern jetzt vor.

Andreas Heidemann weiß, dass viele Bürger mit der Verkehrssituation im Ortskern unzufrieden sind. "Insbesondere wegen der gefahrenen Geschwindigkeiten, der Verkehrsbelastung und auch Verkehrsbehinderungen", teilt der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Korschenbroich und Pesch mit. Vorschläge und Ansätze, der Verkehrssituation Herr zu werden, gibt es viele – angefangen bei der Einrichtung einer Fußgängerzone über Einbahnstraßenregelungen bis hin zu einer Sperrung der Sebastianusstraße. Vor Ort sollen nun die Bürger einbezogen werden – mit einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 23. November, im Hannen-Stammhaus.

Organisiert wird die Diskussionsveranstaltung vom CDU-Ortsverband Korschenbroich und Pesch. Ab 19.30 Uhr sollen die Bürger über Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorschläge zur Behebung der Verkehrsproblematik aufgeklärt werden. Als Grundlage dient die vom Aachener Ingenieurbüro IVV erstellte Verkehrsanalyse. Wolfgang Christ von der IVV wird daher auch bei der Veranstaltung im Hannen-Stammhaus dabei sein und Fragen beantworten. Das Ergebnis der Studie wurde bereits im Ausschuss für Bau und Verkehr vorgestellt.

Dort hatte Wolfgang Christ erklärt, dass eine Fußgängerzone im Bereich von Sebastianus- und Steinstraße, wie sie von Bündnis 90/Die Grünen gefordert wurde, an anderen Orten für deutlich größere Probleme sorgen würde. Der Grund hierfür sind sogenannte "Verkehrsverdrängungen". Das bedeutet: Die Autofahrer würden auf umliegende Straßen ausweichen müssen. Im Umfeld der Alten Post würde dies laut Christ zu täglich etwa 700 zusätzlichen Fahrten führen, auf der Willi-Hannen-Straße wären es vermutlich gar 1700 Fahrten mehr. Dort müsste sogar die Zahl der Stellplätze verringert werden, um den auftretenden Verkehr in den Griff zu kriegen. Auch die Pescher Straße würde mit etwa 500 Fahrten zusätzlich belastet.

Eine Fußgängerzone zwischen Sebastianus- und Steinstraße dürfte den Anwohnern ein weiteres Problem bereiten: Sie würden selbst in ihrem Fahrverhalten eingeschränkt. Fast 40 Prozent des Verkehrs in der Sebastianus- und Steinstraße würden, so der Gutachter, von den Anwohnern selbst verursacht. "Ziel- und Quellverkehr" heißt das im Fachjargon. Generell hatte Christ die Situation im Ortskern als nicht allzu dramatisch eingestuft.

Manche Bürger sehen das anders und können ihre Unzufriedenheit bei der Informationsveranstaltung am kommenden Mittwoch äußern, wenn das Gutachten diskutiert wird.

(NGZ)