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Korschenbroich: Brauerei: Parkplatz gesperrt

Korschenbroich : Brauerei: Parkplatz gesperrt

Die Stadt hatte den Biergarten-Parkplatz in Neersbroich genehmigt. Marlies Siegers hat beim Verwaltungsgericht dagegen geklagt und zweimal Recht bekommen. Jetzt suchen Stadt und Brauerei-Betreiber nach einer Lösung.

Die Beschwerden der Anlieger rund um die Biergarten-Aktivitäten in Neersbroich sind seit gut einem Jahr verstummt. Brauerei-Betreiber Michael Hollmann hat sowohl die Veranstaltungen mit Live-Musik eingestellt als auch auf Mega-Events verzichtet.

Lediglich ein verkrauteter und abgesperrter Parkplatz erinnert an noch bestehende Nachbarschafts-Streitigkeiten. Marlies Sieger hat als direkte Betroffene — ihr Grundstück grenzt an den Parkplatz — die Stadt als Genehmigungsbehörde verklagt. Die Korschenbroicherin hat gleich zweimal in Folge vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf Recht bekommen.

Das Ergebnis: Die von der Stadtverwaltung erteilte Baugenehmigung wurde aufgehoben, die befestigte Fläche mit 40 Stellplätzen stillgelegt. Wie es jetzt weitergeht, soll ein Gespräch am 20. Juni zwischen der Stadt und dem Brauerei-Betreiber Michael Hollmann zeigen.

Für Bürgermeister Heinz Josef Dick ist die Sache klar: "Für uns hat die rechtliche Einschätzung für die Baugenehmigung ausgereicht." Für Dieter Hoffmans, Leiter des Bauordnungsamtes, ist das Thema auch noch nicht durch. Er stützt sich unter anderem auf ein Lärmschutzgutachten des Krefelder Gutachters Driesen: "Hier wurde die Geräuschentwicklung als unproblematisch nachgewiesen."

Für Marlies Siegers und ihren Mann Dieter ist durch die beiden "deutlichen Gerichtsurteile" die Welt wieder in Ordnung. "Wir müssen an den Wochenenden nicht mehr flüchten. Endlich können wir wieder unsere Terrasse und unseren Garten genießen." Marlies Siegers, die die "andauernde Volksfestbeschallung" mehr als störend empfunden hat, sagt erleichtert: "Wir haben die Stadt als Genehmigungsbehörde verklagt und Recht behalten."

Ihr Wohnhaus und der von Hollmann großzügig angelegte Parkplatz in Biergarten-Nähe sind lediglich acht Meter voneinander getrennt. "Das ständige An- und Abfahren, das Türenschlagen, das war eine Katastrophe", erinnert sich Marlies Siegers an einen Alptraum. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten.

Ab 20. Juni treffen sich Amtsleiter Hoffmans und Brauerei-Chef Hollmann, um über die Zukunft des Platzes mit den auf jetzt 31 reduzierten Stellplätzen nachzudenken. Hier reicht die Bandbreite von Klage bis hin zu Rückbau.

Hollmann, der rund 70 000 Euro in den Platz investiert hat, ist nicht bereit, die geforderte Lärmschutzwand — zwischen Platz und Wohnhaus Siegers — zu errichten. Auch die Stadt fühlt sich nicht als Verliererin: "Die Stadt hat keinen Fehler gemacht", beteuert Hoffmans. Warum der Richter das Vorhaben als "rücksichtslos" einstuft, kann er erklären: "Das ist eine Sache der Einschätzung."

(NGZ)