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Korschenbroich: Brauchtum ist mehr als Feiern

Korschenbroich : Brauchtum ist mehr als Feiern

Josef Schnock ist seit 2005 Brudermeister der St.-Sebastianus-Bruderschaft Liedberg und dort für das Schützenfest und repräsentative Aufgaben verantwortlich. Er sagt: "Schützenfest ist nicht nur Vergnügen."

Wenn Liedberg sein Schützenfest feiert, herrscht im Dorf Ausnahmezustand — auch bei Josef Schnock, seines Zeichens Brudermeister der St.-Sebastianus-Bruderschaft Liedberg. Er ist zuständig für die rund 250 jungen aktiven Schützen und weiß: "Schützenfest ist nicht nur Vergnügen. Für mich ist das viel Arbeit und bedeutet über die vier Tage Stress pur", erzählt der 58-Jährige.

Schnock hat viele Aufgaben im Verein, die sich besonders über den organisatorischen und repräsentativen Bereich erstrecken. Regelmäßig leitet er im Vorfeld des Schützenfestes verschiedene Sitzungen, um Arbeiten zu verteilen: "Das Fest auf die Beine zu stellen, verlangt viel Mühe. Das kann und soll der Vorstand nicht alleine machen. Deshalb wird beispielsweise auf der Offiziersversammlung delegiert, wer die Plakate aufhängt", sagt der Brudermeister, für den es zur Früh- und Spätkirmes gleich zweimal im Jahr hoch hergeht. Auf der Frühkirmes wird der neue Schützenkönig gekrönt, für den er die Krönungsrede hält. Die Frühkirmes ist immer eine Woche nach Fronleichnam und erstreckt sich über zwei Tage. "So richtig stressig wird es aber erst auf dem eigentlichen Schützenfest", so Schnock. "Da muss der Brudermeister immer und überall dabei sein, muss mit ins Zelt ein- und auf der Parade mit marschieren, Ehrengäste empfangen und über alles den Überblick behalten."

Nicht einfach für den Geschäftsstellenleiter der Gladbacher Bank in Liedberg, doch die Mühe macht er sich gerne. "Ich bin mit dem Brauchtum aufgewachsen und kenne das Dorf und sein Fest wie meine Westentasche", sagt Josef Schnock, der bereits seit sechs Jahren Brudermeister und seit 1976 im Vorstand der Bruderschaft ist. "Ich habe den Vorteil, dass ich auch im Ort arbeite und stets ansprechbar bin, wenn es Probleme gibt. Außerdem habe ich in meiner Frau eine große Unterstützung, ohne die es auch nicht gehen würde", sagt der zweifache Familienvater.

Auch außerhalb des Schützenfestes ist die Bruderschaft, und damit Josef Schnock, sehr aktiv. Seit zehn Jahren unterstützt der Verein die Aktion "Saubere Stadt", für die Josef Schnock persönlich einmal im Jahr gemeinsam mit Schülern der Grundschule und weiteren Förderern in Gruppen durchs Dorf geht und allen Müll einsammelt. "Von der Milchtüte über Planen bis hin zu Autoreifen haben wir schon alles gesammelt und entsorgt." Seinen Ausgleich hat er in der Gartenarbeit gefunden hat. "Ich bin gerne an der frischen Luft und durch den gut gepflegten Nutzgarten können wir uns selbst gut versorgen."

(NGZ)