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Korschenbroich: Bolten-Brauerei schenkt das Bier im "Anker" aus

Korschenbroich : Bolten-Brauerei schenkt das Bier im "Anker" aus

Die Traditionsgaststätte "Zum Anker" hat einen neuen Pächter. Bolten-Chef Michael Hollmann hat jetzt einen Zehn-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der Biergarten soll schon zu Unges Pengste öffnen.

Noch ist das Grundstück Sebastianusstraße 9 in Korschenbroich eine große Baustelle. Aber nicht mehr lange. Günter Thoren (56), der die Traditionsgaststätte für seine Kinder aufwendig saniert, hat mit Bolten-Chef Michael Hollmann (55) seinen Wunschpächter gefunden. Mit der Vertragsunterzeichnung macht die älteste Altbier-Brauerei der Welt das älteste Stadthaus Korschenbroichs zum Brauerei-Ausschank. Bereits zu Unges Pengste soll im Biergarten das erste Bolten Ur-Alt ausgeschenkt werden. Die Gaststätteneröffnung ist für 1. Juli geplant. Der Veranstaltungssaal in der ersten Etage soll Bürgern und Vereinen ab Oktober ausreichend Raum für Versammlungen und Feiern bieten.

Bolten-Chef Michael Hollmann und Verkaufsleiter Christopher Muthig (39) haben den Baufortschritt des unter Denkmalschutz stehenden Hauses fest im Blick. Die alten Mauern von 1750 machen neugierig und bieten den passenden Rahmen für einen Brauerei-Ausschank mitten im historischen Ortskern. Hollmann ist überzeugt von der neuen Adresse: "Ich habe einen Pachtvertrag für zehn Jahre unterzeichnet." Die Option auf eine Verlängerung hat sich der 55 Jahre alte Geschäftsmann vorbehalten. Betreiben soll den Anker künftig Wolfgang Scheid als Unterpächter. Für Hollmann sind die Vertragsverhandlungen "so gut wie abgeschlossen": "Da kann ich den Namen ruhig schon nennen."

Für das Ausschank-Konzept hat Michael Hollmann auch konkrete Vorstellungen: "Wir planen mit einer bodenständigen Gastronomie, mit 60 Plätzen drinnen und rund 80 Plätzen im Biergarten." Für alle Pils-Freunde wird zu den Bier-Spezialitäten der Bolten-Brauerei auch Bitburger angeboten. In hellem Elfenbein wird das frühere Haus von "Hoffs Marie" gestrichen. Das ist ebenso mit der Denkmalbehörde abgestimmt wie der neue Schriftzug über der Eingangstüre: Dort wird ab 1. Juli "Zum Anker — Brauerei-Ausschank" zu lesen sein.

Alte Gemäuer haben es Günter Thoren angetan. Sie faszinieren den gelernten Schreiner mit einem Herz für historische Bauwerke. Und so zögerte er nicht lange, sich nach dem Brand am 3. August 2009 als Rettungsanker anzubieten. Er kaufte die rund 500 Jahre alte Brandruine für seine Kinder Sebastian (27) und Katharina (30). Noch ist die frühere Traditionskneipe eine große Baustelle. Doch wer genau hinschaut, der kann erahnen, welches Schätzchen Thoren für den Ortskern herrichtet. Doch bevor er seine Kräfte ins Haus steckt, konzentriert sich der Denkmal-Experte auf den Biergarten. Dort wird ab Montag Ziegelpflaster verlegt. Schließlich soll schon zu Unges Pengste die Außengastronomie eröffnet werden.

(NGZ/ac)