Freiwillige Feuerwehr zog Jahresbilanz: Böse Erinnerungen an Lkw-Unfall

Freiwillige Feuerwehr zog Jahresbilanz : Böse Erinnerungen an Lkw-Unfall

Von Bernhard Ulrich

Von Bernhard Ulrich

Für die Korschenbroicher Feuerwehr ist ein ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen. Zu insgesamt 284 Einsätzen rückten die Mannen um Stadtbrandinspektor Hermann Knabben 2003 aus. Den Löwenanteil machte das Alltagsgeschäft aus. "Darunter verstehen wir einen brennenden Papierkorb oder einen Container, der in Flammen steht", sagt der Wehrleiter. Zwei Großeinsätze prägten das Jahr 2003 bei der Korschenbroicher Feuerwehr: Der Lkw-Unfall auf der Landstraße bei Herrenshoff (links) bleibt ebenso in böser Erinnerung wie der Brand einer Schreinerei, von der nur eine Ruine blieb. NGZ-Archivfotos: L. Berns, M. Reuter

Allerdings sei ein erstaunlicher Trend bei der Einsatzstruktur festzustellen. "In den vorherigen Jahren sah es so aus, dass wir in 80 Prozent der Fälle zur technischen Hilfestellung gerufen wurden und nur 20 Prozent der Einsätze in der Brandbekämpfung lag. Im vergangenem Jahr gab es eine Pari-Verteilung. Brandbekämpfung und technische Unterstützung hielten sich die Waage", sagt Knabben. Die Entwicklung sei nicht eindeutig zu erklären, aber unter Umständen könne die steigende Zahl der Brände durch den heißen Sommer ausgelöst worden sein.

Neben dem Alltagsgeschäft sind dem Leiter der Korschenbroicher Feuerwehr zwei besonders schwerwiegende Einsätze im Gedächtnis geblieben. "Der negative Höhepunkt war mit Sicherheit der Lkw-Unfall in Herrenshoff vor einigen Wochen", heißt es. Am frühen Morgen wurde die Feuerwehr zum Einsatzort gerufen. Ein Sattelschlepper war mit einem anderen Lastzug kollidiert. Ein Lastwagen-Fahrer starb an der Unfallstelle. Bis zum späten Nachmittag waren die Rettungskräfte im Einsatz. Das andere schlimme Ereignis des Jahres 2003 war der Brand der Schreinerei Minten in Glehn. Der Betrieb hatte in der Nacht Feuer gefangen. Der Einsatz der Feuerwehr wurde erschwert durch eine Hochspannungsleitung, die im brennenden Gebäude lag, und durch 2.500 Liter Heizöl, das in den Tanks des Unternehmens lagerte.

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"Wir haben recht schnell gesehen, dass am Objekt nicht mehr viel zu retten war, deshalb haben wir versucht, ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzende Wohnbebauung zu verhindern. Das gelang uns glücklicherweise", erinnert sich Knabben. 120.000 Liter Löschwasser verbrauchten die Hilfskräfte allein bei diesem Brand. Trotz positiver Entwicklungen bleiben aber auch einige Sorgenfalten im Gesicht des Wehrleiters zurück: "Nach wie vor problematisch ist die Enge in einigen Korschenbroicher Straßen", sagt er. Besonders in einigen Neubaugebieten wäre es kaum möglich, mit einem Feuerwehrauto oder einem Krankenwagen durchzukommen.

"Da schlummert ein gewaltiges Gefahrenpotenzial", betont Knabben. Besonders wenn ein Einsatzfahrzeug nicht nah genug an den Brandherd heran fahren könne, weil die Straße mit Autos zugeparkt sei, gehe wertvolle Zeit verloren, da die Brandbekämpfer zu Fuß vorstoßen müssten. "Wir können aber immer nur mahnende Worte sprechen, ansonsten sind uns die Hände gebunden. Es ist Sache der Politik, diesen Missständen abzuhelfen." Immerhin werde die Feuerwehr aber mittlerweile bei neuen Planungen und Umgestaltungen von Baugebieten frühzeitig gehört.

Für die letzte kritische Zeit im Jahr 2003, das Silvesterfest, zeigte sich die Korschenbroicher Feuerwehr gut gerüstet. "Wir hatten an diesem Abend einen festen Mitarbeiterstamm in den Wachen, die dort alkoholfrei feierten. Dadurch stellten wir sicher, dass wir im Brandfall niemanden von einer Party hätten holen müssen, der etwas getrunken hatte", sagt Knabben. Allerdings blieb an diesem Abend alles ruhig, und die Kräfte konnten in den Wachen bleiben. Was das neue Jahr bringt, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall wird es auch Grund zum Feiern geben: Der Korschenbroicher Löschzug blickt auf sein 125-jähriges Bestehen zurück.

(NGZ)
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