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Tennis: Blau-Weiß Neuss schielt auf Remis im Rochusclub

Tennis : Blau-Weiß Neuss schielt auf Remis im Rochusclub

Seit elf Jahren hat Blau-Weiß Neuss in der Tennis-Bundesliga nicht mehr beim Düsseldorfer Rochusclub gewinnen können und reist auch am Freitag als Außenseiter an den Rolander Weg.

Teamchef Marc Raffel traut der Truppe um Saisondebütant Albert Ramos aber durchaus eine Überraschung zu. Sie war bislang allzu arm an Überraschungen, diese Saison 2011 in der Tennis-Bundesliga — zu groß scheint die Kluft zwischen den fünf Topteams und dem Rest der Klasse.

Das musste auch der TC Blau-Weiß Neuss beim 0:6 gegen Mannheim und beim 1:5 gegen Erfurt schmerzlich erfahren. Im Düsseldorfer Rochusclub nimmt der Liga-Rekordchampion heute (13 Uhr) einen neuen Anlauf auf eine Überraschung. Und da Teamchef Marc Raffel eine durchaus schlagkräftige Truppe ins Rennen schicken kann, sind die Erfolgsaussichten diesmal sogar gar nicht so schlecht.

"Wir fahren dahin, um mindestens einen Punkt zu holen", verspricht Raffel vor Teil eins des Doppelspieltags, dem am Sonntag der Trip zu Schlusslicht Amberg folgt —ein Punkt würde dem Tabellensechsten schon reichen, um auch rechnerisch den Klassenerhalt perfekt zu machen. In beiden Spielen steht dabei der Spanier Albert Ramos als Nummer eins zur Verfügung, der am Mittwoch bei den German Open in Hamburg am topgesetzten Franzosen Gael Monfils scheiterte. Feiert der Weltranglisten-83. sein Saisondebüt, ist er der 13. Spieler, den die Blau-Weißen in dieser Saison einsetzen.

Nicht nur durch Ramos erhält das Neusser Team gegenüber dem jüngsten 4:2-Derbyerfolg gegen Krefeld ein fast komplett neues Gesicht. Lediglich der zurzeit glänzend aufgelegte Niederländer Jesse Huta Galung (ATP 125) ist erneut dabei, wieder ins Team rücken die Argentinier Facundo Bagnis (ATP 182/Saisonbilanz 1:0) und Pablo Galdon (252/0:2) sowie der finnische Youngster Micke Kontinen (689/0:1).

Der Druck im Derby liegt indes bei den Hausherren: Zwei Tage vor dem Gastspiel beim direkten Titelkontrahenten Halle darf sich der Rochusclub keinen Patzer leisten. "Ich gehe kein Risiko ein und stelle die bestmögliche Mannschaft auf", sagt deshalb Teamchef Detlef Irmler. Fraglich ist allerdings der Einsatz von Spitzenspieler Juan Ignacio Chela. Der Weltranglisten-21. aus Argentinien scheiterte in Hamburg zwar glatt am Ex-Neusser Tobias Kamke und wäre damit frei, ist aber angeschlagen.

"Die müssen Chela schon aufbieten, um gegen uns Favorit zu sein", glaubt Raffel. Aber auch der Rest des Personals hat es in sich: Spielen werden Guillermo Garcia Lopez (ATP/37) und der Ex-Osterather Pablo Andujar (44/beide Spanien) sowie der Kasache Jewgeni Korolow (252). Sollte Chela passen müssen, würde Andre Begemann (279) auf Position vier rücken. Der Portugiese Rui Machado, im Vorjahr noch für Neuss im Einsatz, ist nicht eingeplant, der Spanier Pere Riba-Madrid fällt wegen Magen-Darm-Problemen aus, Landsmann Albert Montanes ist nicht spielberechtigt.

Der letzte Neusser Sieg am Rolander Weg liegt indes bereits elf Jahre zurück: Am 30. Juli 2000 überrollte Blau-Weiß den Lokalrivalen mit 7:2, verpasste aber schließlich in den Finals gegen Etuf Essen den elften Meistertitel. Mit einem neuerlichen Coup könnte Neuss nun den Düsseldorfer Traum vom ersten Titel wieder einmal platzen lassen.

(NGZ)