Blau-Weiss Neuss muss drei Spieler ersetzen

Tennis-Bundesliga: Blau-Weiss muss schon improvisieren

Vor dem ersten Doppelspieltag der Tennis-Bundesliga melden sich drei fest eingeplante Spieler wegen Verletzung ab.

Der Schock sitzt tief bei Marius Zay. Bis Mittwochnachmittag war die Welt beim Teamchef des  TC Blau-Weiss Neuss trotz der 1:5-Auftaktniederlage gegen Titelfavorit GW Mannheim in Ordnung. Dann trafen die Hiobsbotschaften beinahe im Minutentakt ein. „Anfangs habe ich das alles für einen schlechten Scherz gehalten“, sagt Zay.

Inzwischen ist daraus bitterer Ernst geworden – und ihm klar, dass er für den ersten Doppelspieltag, der die Neusser am Freitag (ab 13 Uhr) zunächst beim TC Weinheim und am Sonntag (ab 10 Uhr) beim KHTC Stadion Rot-Weiss in Köln zu Gast sieht, gewaltig improvisieren muss. „Denn die drei waren allesamt fest eingeplant“, sagt Zay mit Blick auf die Absagen von Spitzenspieler Marius Copil, der sich im Training verletzt hat, von Gonzalo Lama, der sich ebenfalls im Training ein Außenband gerissen hat, und von Botic van de Zandschulp, der über starke Schmerzen im Fuß klagt.

  • Lokalsport : Blau-Weiss Neuss startet als Außenseiter

Nun ist Improvisation für einen Teamchef der zehn Tennis-Bundesligisten nicht so einfach. Denn auf deren Saison nimmt der Turnierkalender der ATP nun mal keine Rücksicht. Das war schon zu den seligen Zeiten eines Günther Thoms an der Jahnstraße so. Nur dass der nicht per Live-Score minütlich über die Zwischenstände auf den Plätzen der weiten Tenniswelt informiert war. Was Marius Zay da sah, verbesserte seine Laune nicht unbedingt. Vor allem nicht die Resultate vom Challenger-Turnier im italienischen Perugia, wo in Attila Balasz (steht am Freitag im Halbfinale) und Bernabe Zapata Miralles gleich zwei Blau-Weisse aktiv sind. Im schwedischen Bastad sah es da schon besser aus, verabschiedete sich Vaclav Safranek doch mit einer 5:7, 2:6-Niederlage gegen den Spanier Pedro Martinez im Viertelfinale aus dem Turnier und sollte es rechtzeitig zum Spielbeginn auf die Anlage des TC Weinheim an der Breslauer Straße schaffen. Mit dem Tschechen wäre dann exakt die Sollstärke erreicht. Denn zuvor hatten bereits Uladzimir Ignatik und Mate Valkusz ihre Pläne fürs Wochenende geändert und flogen am Donnerstag nach Neuss. Adrian Ungur stand ohnehin schon Tennisschläger bei Fuß. Was mit dieser Truppe, die in der Aufstellung Ignatik, Safranek, Ungur und Valkusz auflaufen würde, in Weinheim zu reißen ist, vermag der blau-weisse Teamchef nur schwer einschätzen. „Die werden mit Sicherheit ihre stärkstmögliche Mannschaft aufbieten,“ sagt Zay über die Gastgeber, die am ersten Spieltag mit einem 4:2-Sieg beim Ex-Meister Kurhaus Lambertz Aachen überraschten. Die beinhaltet an der Spitze den Australier John Millmann (ATP 64), den auch mal kurzzeitig an der Jahnstraße unter Vertrag stehenden Italiener Thomas Fabbiano (ATP 111) und Yannick Hanfmann (ATP 114), der in Aachen gegen Christian Garrin für einen der drei Dreisatzsiege  im Einzel sorgte. Ein Sieg über Neuss würde für den Vorjahresaufsteiger schon die halbe Miete im Kampf um den Klassenerhalt bedeuten.

Den hat Marius Zay allen Widrigkeiten zum Trotz natürlich auch weiterhin im Visier. „Egal, in welcher Aufstellung wir letztlich auflaufen, egal, wen Weinheim dagegen setzt, wir werden bis zum letzten Ballwechsel kämpfen,“ verspricht der Neusser Teamchef. Dessen Laune sich am späten Donnerstagnachmittag ein wenig verbesserte: Da musste nämlich Frederik Nielsen seinen Traum, zum zweiten Mal nach seinem Sieg vor sechs Jahren das Doppel-Finale von Wimbledon zu erreichen, begraben. Der Däne unterlag im Halbfinale an der Seite des Briten Joe Salisbury in vier Sätzen gegen Raven Klaasen/Michael Venus (Südafrika/Neuseeland) und packte danach gleich seine Koffer.