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Blau-Weiß Neuss macht Klassenverbleib in der Tennis-Bundesliga perfekt

Tennis : Blau-Weiß macht Klassenverbleib perfekt

Nach dem deutlichen 5:1-Sieg beim Gladbacher HTC ist der Tennis-Bundesligist aus Neuss schon vor dem letzten Spielwochenende am Ziel.

Marius Zay trägt sein Herz nicht auf der Zunge. Und darum blieb der Teamchef des Tennis-Bundesligisten TC BW Neuss auch nach dem befreienden 5:1-Erfolg beim Badwerk Gladbacher HTC ganz bei sich. Den in den Fernduellen mit Ludwigshafen (1:5 in Rosenheim) und Krefeld (2:4 gegen den TC Großhesselohe) vorzeitig unter Dach und Fach gebrachten Klassenverbleib kommentierte er trocken: „Was soll ich sagen, wir sind happy.“

Der entscheidende Kraftakt in einer ungemein schwierigen Saison hatte indes deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Auch bei Abraam Savvidis, Vereinsvorsitzender und mit seiner IT-Firma gemeinsam mit Jürgen Hauck (Hauck-Rohrbach Augencentren) Hauptsponsor der Bundesliga-Truppe. Vor der Partie hatten die beiden wichtigsten Geldgeber noch mal die Köpfe zusammengesteckt, um alle Möglichkeiten auszuloten, die Mannschaft personell optimal auszustatten. Savvidis: „Wir wollten nicht pokern, es vielleicht auch mit einem schwächeren Team irgendwie zu schaffen.“ Also ritt Blau-Weiss Attacke, ging, so der Chef, „mit allem, was wir haben drauf“. Holte mit einiger Mühe den Italiener Franco Agamenone nach Neuss und vertraute darauf, dass der Franzose Geoffrey Blancaneaux trotz schmerzender Blase an der Schlaghand wieder Spitzentennis zeigen würde. Dazu der Portugiese Pedro Sousa und der ohnehin stets am Limit spielende Thomas Fabbiano aus Grottaglie in Apulien – das ergab in der Addition eine Truppe, die sogar als Favorit auf die schmucke Tennisanlage An den Holter Sportstätten fuhr.

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„Denn wir wussten ja, dass nun auch die Gladbacher in den gleichen personellen Schwierigkeiten steckten wie wir schon seit einigen Wochen“, erklärte Savvidis den Plan. Und der ging zu einhundert Prozent auf: Agamenone fertigte im Sauseschritt den beim GHTC nur an Position elf geführten Tschechen Lukas Rosol mit 6:2 und 6:1 ab, Fabbiano gab gegen den Kasachen Aleksandr Nedovyesov (14) zwar den ersten Durchgang ab, bestätigte aber in der Folge seine gute Form und brachte die Gäste mit dem gewonnenen Match-Tie-Break mit 2:0 in Führung. Eine Vorlage, die die Trumpfasse im Neusser Kader gekonnt zu verwerten wussten: Sousa, wieder begleitet von seinem Trainer, benötigte nur zwei Sätze für seinen Sieg über den auch schon mal an der Jahnstraße tätigen Niederländer Robin Haase (10) und baute damit seine makellose Saisonbilanz in Einzel und Doppel auf 4:0 aus. So stand es in Mönchengladbach auch nach den vier Einzeln, denn Blancaneaux zwang den Spanier Adrian Menendez (12) ebenfalls in zwei Sätzen in die Knie. Für Zay die Erfüllung seines Auftrags: „Wir wussten, die stehen in den Doppeln recht gut, deswegen mussten wir es in den Einzeln richten. Der Druck war definitiv da.“

Diesmal konnten sich die Gäste sogar den Luxus leisten, den Franzosen Antoine Hoang an der Seite Agamenones nur im Doppel einzusetzen. Dass das sportlich bedeutungslose Match gegen Aleksandr Nedovyesov und Tim Sandkaulen trotzdem mit 3:6 und 4:6 verloren ging, ließ sich locker verschmerzen, zumal es Pedro Sousa und Thomas Fabbiano gegen Robin Haase und Lukas Rosol im mal als Neusser Schwäche ausgemachten Match-Tie-Break ordentlich krachen ließen (10:4).

Mit dem von aller Abstiegslast befreienden 5:1-Erfolg sah sich Savvidis in seiner Einschätzung bestätigt: „Das hat jetzt nichts mit Arroganz zu tun, denn eine Garantie gibt es nicht, aber der Abstieg war für uns nie eine Option. Wir sind in diese Saison keineswegs mit dem Gedanken gegangen, nur ja nicht abzusteigen. So haben wir uns nie gesehen.“