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Leichtathletik: Björn Otto steht im EM-Team

Leichtathletik : Björn Otto steht im EM-Team

Mit 94 Sportlern wird Deutschland bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) vertreten sein. Zum gestern vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) benannten Kader gehört auch Stabhochspringer Björn Otto vom TSV Bayer Dormagen – nicht dabei ist sein Vereinskollege Karsten Dilla.

Mit 94 Sportlern wird Deutschland bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) vertreten sein. Zum gestern vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) benannten Kader gehört auch Stabhochspringer Björn Otto vom TSV Bayer Dormagen — nicht dabei ist sein Vereinskollege Karsten Dilla.

Bis zu den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Wattenscheid hatte noch alles für ein Team mit Malte Mohr (TV Wattenscheid), Björn Otto und Karsten Dilla gesprochen. Denn sie waren als einzige Deutsche mindestens einmal die Olympia-Norm von 5,72 Meter gesprungen.

Doch mit seinem Satz auf 5,77 Meter stellte Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) am Sonntag noch einmal alles auf den Kopf. Für den 22-Jährigen hatte schon unmittelbar nach dem brisanten Wettkampf festgestanden: "Ich habe die Norm um fünf Zentimeter übertroffen und ich bin Deutscher Vizemeister. Ich dürfte mir keine Sorgen machen müssen, nicht nominiert zu werden."

Da Malte Mohr auf dem Weg zum Titel-Hattrick 5,82 Meter gesprungen war, kristallisierte sich schnell heraus, dass entweder Dilla (DM-Dritter) oder Otto (4.) in den saueren Apfel würde beißen müssen. Obwohl Dilla ein Schützling von Bundestrainer Jörn Elberding ist, entschied der sich für den von Michael Kühnke betreuten Otto. "Das ist jetzt eine ganz böse Nummer", stellte TSV-Trainer Thorsten Ribbecke traurig fest, "denn eigentlich hätten es beide verdient".

Mit der Nominierung für Helsinki dürfte wohl auch das Rennen ums Ticket für die Olympischen Spiele entschieden sein. "Um noch jemanden zu verdrängen, müsste Karsten Dilla am Freitag in Ingolstadt oder am nächsten Dienstag in Köln schon 5,80, vielleicht sogar 5,85 Meter springen", sagt Ribbecke.

Zugunsten Ottos hatten letztlich die besseren Ergebnisse in dieser Saison gesprochen: 5,82 Meter im Trainingslager in San Diego, 5,72 Meter in Rehlingen und am Sonntag in Wattenscheid, dazu 5,83 Meter beim Marktplatzspringen in Recklinghausen — Auftritte von dieser Qualität kann Dilla, der in Ostrava und Wattenscheid 5,72 Meter meisterte, bislang nicht vorweisen. Und bei der DM hatte er nur vor seinem höhengleichen Vereinskollegen gelegen, weil er 5,72 Meter im Gegensatz zu Otto bereits im ersten Versuch genommen hatte.

Otto war in Wattenscheid beim missglückten Versuch über 5,77 Meter mit dem Rücken auf die defekte Sprungmatte geknallt, hatte sich vor seinem letzten Sprung über 5,82 Meter sogar fitspritzen lassen.

(NGZ/rl)