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Björn Barthel vom TSV Bayer Dormagen fordert Klarheit für Handballklubs

Spiele mit Zuschauern : Barthel vom TSV fordert Klarheit für Handball-Vereine

„Unterschiedliche Corona-Vorgaben in den einzelnen Bundesländern führen zu einem Desaster, das dem Handball-Profisport die Geschäftsgrundlage entziehen kann.“

(sit) Die Lage ist ernst. „Sollten bis Jahresende keine Zuschauer erlaubt sein, könnte die Existenz unserer Sportart gefährdet sein“, warnt Geschäftsführerin Jennifer Kettemann von den Rhein-Neckar Löwen, Deutscher Meister 2016 und 2017. Am 1. Oktober soll die neue Handball-Saison in Erster und Zweiter Liga starten, und wie jetzt in der Fußball-Bundesliga sollen dann Fans in den Hallen sein. „Ich gehe mal davon aus, dass wir vorsichtig mit Zuschauern starten können“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Aktuell sieht es freilich düster aus. Beim gerade aus dem Trainingslager in der Sportschule Hennef zurückgekehrten Zweitligisten TSV Bayer Dormagen weist Handball-Geschäftsführer Björn Barthel darauf hin, dass auch zur Trainingspartie am heutigen Donnerstag gegen die Zweitvertretung der Füchse Berlin keine Zuschauer zugelassen sein werden. Er geht davon aus, „dass wir erstmals am 13. September zum Testspiel gegen den TuS Ferndorf mit maximal 300 Zuschauern rechnen können.“ Die fortwährende Unsicherheit und die weiter fehlenden klaren Ansagen der Politik schlagen ihm und seinen Kollegen zunehmend aufs Gemüt: „Keine Frage, die Gesundheit unserer Mitarbeiter und der Zuschauer geht vor. Aber es kann nicht sein, dass wir einen Monat vor dem geplanten Saisonstart immer noch keine Klarheit über die Corona-Auflagen haben. Unterschiedliche Vorgaben in den einzelnen Bundesländern führen zu einem Desaster, das dem Handball-Profisport die Geschäftsgrundlage entziehen kann.“

Ihm will es nicht in den Kopf, warum der Sport anders behandelt wird als ähnliche Veranstaltungen, etwa Konzerte. „Natürlich darf niemand durch den Besuch eines Handballspiels gesundheitlich gefährdet werden, aber wir haben ein durchdachtes und von den örtlichen Behörden anerkanntes Hygienekonzept vorgelegt. Jeder belegte Sitzplatz wird erfasst – die Regelung gewährleistet, dass betroffene Besucher notfalls nachverfolgt werden können. Die beabsichtigten Abstände zwischen den Zuschauern sind ausreichend und erlauben, mehr als die aktuell 300 zulässigen Zuschauer, ins Sportcenter zu lassen.“