Jüchen : Biogas: Gemeinde erwägt Klage

Der Mönchengladbacher Rat entscheidet am 23. Februar über die Biogasanlage in Wanlo. Jüchen wartet auf das Ergebnis. Möglicherweise wird die Gemeinde dann gegen den Bau klagen. Die Fronten sind verhärtet.

Wird die umstrittene Biogasanlage in Wanlo gebaut? Bald fällt die Entscheidung. Am 23. Februar tagt der Mönchengladbacher Rat und stimmt über die nötige Änderung des Bebauungsplans ab. Zurzeit ist eine Mehrheit unsicher: die SPD hat sich durchgerungen, den Bau zu unterstützen, FDP und CDU haben sich noch nicht festgelegt. Die Grünen und die Linke lehnen die Anlage ab.

Ein "Nein" in Mönchengladbach wäre das Ende für die Biogasanlage. "Dann ist das ganze Projekt in Gefahr", sagt Markus Palic von NEW Re, einem Mitgesellschafter des Investors NVV. Denn die Zeit dränge. Wenn die Anlage nicht wie geplant 2012 in Betrieb genommen werden könne, drohten wirtschaftliche Probleme. Denn 2012 berät die Bundesregierung über neue Regeln für die Biogasförderung, dann könnte das Projekt wirtschaftlich uninteressant werden.

Die Jüchener Politiker warten derzeit auf die Entscheidung im Mönchengladbacher Rat. Fünf Tage danach trifft sich der Rat in Jüchen zu einer Sondersitzung und diskutiert das Ergebnis. Wenn Mönchengladbach zustimmt, würde sich der Bau nur noch durch eine Klage stoppen lassen – Projektgegner Thomas Dederichs (Grüne) schlägt diesen Weg vor. Die Jüchener Verwaltung prüft, ob eine Klage Erfolgsaussichten hätte. Bürgermeister Harald Zillikens sieht diese derzeit nur, "falls ein Formfehler vorliegt und Idie Mönchengladbacher in ihrem Verfahren die Einwände aus Jüchen nicht ordnungsgemäß behandelt haben".

Die Fronten im Streit um die Anlage in Wanlo sind verhärtet. Investor Markus Palic wirft den Projektgegnern aus Hochneukirch vor, dass sie nicht die Möglichkeit genutzt hätten, sich über die Biogas-Technik zu informieren. So habe an der Führung durch eine vergleichbare Anlage in Wassenberg nur ein Interessent teilnehmen wollen. Palic hält die Ängste der Hochneukircher für "verständlich, aber nicht berechtigt." Gestank, Krach und mehr Verkehr im Ort werde es durch die Anlage nicht geben.

Gerolf Hommel, Vorsitzende der FWG und selbst aus Hochneukirch, glaubt das nicht. "Vor dem Bau der Kompostierungsanlage wurde auch abgestritten, dass es unangenehmen Geruch geben wird", sagt er. Die Biogasanlage sei eine zusätzliche Belastung für Hochneukirch:"Und die wollen wir nicht." Die FWG unterstützt den Vorstoß der Grünen, über eine Klage nachzudenken. Hommel will weiter gegen den Bau kämpfen: "Wir unterstützen alle Wege, ihn zu verhindern, auch wenn es Geld kostet."

(NGZ)