Dormagen: Bilanovic verlangt noch ein Mal Disziplin

Dormagen : Bilanovic verlangt noch ein Mal Disziplin

TSV Bayer erwartet zum Saisonfinale am Samstagabend die Rhein Vikings. Linksaußen Pascal Noll kehrt nach Dormagen zurück.

Die Urlaubsstimmung muss noch ein paar Stunden warten, mindestens bis zum Schlusspfiff. Denn für das letzte Spiel der Saison, zu dem Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen am heutigen Samstag um 18 Uhr Absteiger HC Rhein Vikings im Bayer-Sportcenter erwartet, fordert Trainer Dusko Bilanovic „noch ein Mal Disziplin und Einstellung. Danach können die Jungs feiern und vier Wochen Urlaub machen.“

Am 8. Juli bittet er seine Schützlinge wieder in die Halle, startet die erste Saisonvorbereitung unter seiner Regie. Am 20. Juli steht bereits das erste Testspiel gegen Liga-Konkurrent TuSEM Essen auf dem Programm. Dann wird neben Ante Grbavac, Jakub Sterba und André Meuser ein viertes neues Gesicht im Kader sein: Pascal Noll kehrt nach zwei Jahren bei der HG Saarlouis zum TSV Bayer zurück. Der 23 Jahre alte Linksaußen und frühere Publikumsliebling hat im Saarland seine Ausbildung zum Automobilkaufmann abgeschlossen, jetzt hofft er, neben dem Handball in Dormagen auch beruflich Fuß fassen zu können.

In Bilanovics Augen ein weiterer Baustein, „um uns kontinuierlich zu verbessern. Die vier Neuen passen zu uns und unserem Konzept,“ sagt der Trainer. Dessen Ziele klar gesteckt sind: „Wir wollen in Ruhe arbeiten, dabei Jahr für Jahr besser werden und vielleicht auch mal höhere Ziele anpeilen.“

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Auch für die am Samstagabend zu Ende gehende Spielzeit hat Dusko Bilanovic noch ein Ziel: „Wir wollen 33 Punkte holen und wenn möglich Dreizehnter werden.“ Das haben die Dormagener freilich nur bedingt in der eigenen Hand. Denn um in der Tabelle noch um einen Rang zu klettern, müssen sie den punktgleichen HC Elbflorenz überflügeln. Das geht nur, wenn die Dresdner ihr letztes Saisonspiel beim (ebenfalls punktgleichen, aber von der Tordifferenz her deutlich schlechteren) TV Emsdetten nicht gewinnen. Oder nur so knapp, dass die Bayer-Handballer mit einem eigenen Sieg die zehn Treffer, die sie derzeit im Torverhältnis schlechter sind, noch aufholen können. Theoretisch machbar wäre das, haben doch die Vikings von ihren letzten vier Spielen drei mit zweistelliger Tordifferenz verloren, das letzte mit 20:33 gegen den EHV Aue. Auf die leichte Schulter nehmen will Bilanovic das Schlusslicht trotzdem nicht: „In dieser Liga darfst du niemanden unterschätzen. Auch der Tabellenletzte ist immer noch ein Zweitligist.“ Weshalb für ihn feststeht: „Das ist so ein Spiel, in dem können wir uns nur blamieren – und das wollen wir nicht.“

Deshalb hat er seine Mannschaft in vier Trainingseinheiten auf die taktischen Besonderheiten eingestellt, die am Samstagabend zu erwarten sind. Denn weil der Abstieg schon lange feststeht, hat Vikings-Trainer Jörg Bohrmann die Rückrunde als Experimentierfeld genutzt, lässt über weite Strecken unabhängig vom Spielstand mit einer offensiven 3:3-Deckung und dem ständigen Einsatz eines siebten Feldspielers agieren.

Anfänglich sogar mit Achtungserfolgen. Doch seit sich die Liga auf diese unorthodoxe Taktik eingestellt und Bohrmann nicht mal mehr zehn Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen stehen hat, wurden die Niederlagen immer deutlicher. „Irgendwann ist die Luft raus,“ sagt der Ex-Dormagener, der eigentlich als Trainer der B-Jugend zu den Vikings kam und Ende September die Nachfolge von Ceven Klatt auf der Bank des Zweitligateams antrat. Seine Bilanz: zwei Siege (gegen Wilhelmshaven und in Hagen), zwei Unentschieden (in Ferndorf, gegen Dessau) und 27 Niederlagen.

„Immerhin haben die zuletzt in Hagen deutlich gewonnen,“ warnt Bilanovic, der zum Finale auf zwei Spieler verzichten muss: Julian Köster ist zum Lehrgang der U19-Nationalmannschaft abgereist, Lukas Stutzke wegen seines Muskelfaserrisses in der Wade weiterhin krankgeschrieben. Der zum Bergischen HC wechselnde Junioren-Nationalspieler wird nach dem Abpfiff ebenso verabschiedet wie Tim Wieling (TVB Stuttgart), Daniel Eggert (HC Bevo/Niederlande), Niko Pyszora (Longericher SC), Lars Jagieniak (Leichlinger TV) und Matthias Broy, der sich den Vikings anschließt. Für Bilanovic ein Grund mehr, „Disziplin und Einstellung“ zu verlangen, denn „wer will sich schon mit einer Niederlage verabschieden?“

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