Jüchen : Beschwerden über Hundedreck

Immer wieder klingelt im Ordnungsamt das Telefon: Jüchener beschweren sich über verdreckte Straßen, Plätze und Parks. Das gesamte Gemeindegebiet ist betroffen, besonders Wirtschafts- und Feldwege.

Haufenweise Hundehaufen – darüber ärgern sich viele Jüchener. So sehr, dass sie sich regelmäßig im Rathaus beim Ordnungsamt beschweren. "Das gesamte Gemeindegebiet ist betroffen" so Rathaussprecher Norbert Wolf. "Aus allen Orten erreichen uns die Meldungen über verdreckte Straßen oder Gehwege, über unsaubere Parks und Parkanlagen." Besonders häufig gibt es die Hundehaufen an den Straßen, die zu Feld- oder Wirtschaftswegen führen. Nicht nur ein schmutziges, sondern ein gefährliches Thema: "Hundekot ist nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gesundheitsgefahr", sagt Norbert Wolf. Dadurch könnten sich Kinder oder Erwachsene mit Krankheiten anstecken.

Ein Problem für die Gemeinde: Sie hat einen begrenzten Spielraum, um gegen rücksichtslose Hundehalter vorzugehen: Sie kann Verwarn- oder Ordnungsgelder aussprechen. So kann ein kleiner Haufen von Bello richtig teuer werden. Nach Auskunft des Ordnungsamtes liegen die Verwarngelder für Hundehalter, die die Hinterlassenschaft ihres Tieres nicht beseitigen, bei 35 Euro. Wird die Strafe für diese Ordnungswidrigkeit nicht akzeptiert, muss er für ein Bußgeld noch tiefer in die Tasche greifen. Dann kommen Verwaltungsgebühren hinzu – und dann sind es mindestens fünf Euro mehr.

Rund ein Mal pro Woche klingt beim Ordnungsamt das Telefon oder kommen entsprechende Briefe in Sachen Hundekot an. Doch oft sind die Meldungen anonym, wollen die Hinweisgeber ihre Namen nicht nennen "Dann können wir auch nicht aktiv werden", gibt Norbert Wolf zu bedenken.

Ein deutlicher Warnhinweis steht bereits am Marktplatz. Dort hat die Verwaltung vor einigen Jahren ein Schild aufstellen lassen, dass den Marktplatz vor Missbrauch als Hundeklo schützen soll. Was es bisher in der Gemeinde nicht gibt: Spender für Plastiktüten, in den Exkremente sauber entsorgt werden können. In den Niederlanden oder in der Schweiz gibt es etwa speziell angelehnte Areale als Hundeklos oder Versäuberungsplätze.

Doch nicht nur Hunde-Exkremente sorgen für mehr Arbeit in der Verwaltung: Immer wieder gibt es laut Norbert Wolf auch Probleme mit freilaufenden Hunden. Auch dies ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Verwarn- oder Bußgeldern geahndet werden kann. Zwischen 20 und 35 Euro sind zu zahlen, wenn Vierbeiner nicht angeleint werden. "Hundehalter müssen auch darauf achten, dass es zu keinen Zwischenfällen mit anderen Hunden kommt oder dass andere Spaziergänger nicht durch die Tiere belästigt, behindert oder beschnüffelt werden", so Wolf.

(NGZ)