Jüchen: Bergschaden an Haus Katz?

Jüchen: Bergschaden an Haus Katz?

RWE Power soll die Risse im Turm von Haus Katz untersuchen und die Kosten dafür tragen. Im Bauausschus mehren sich die Stimmen, die besagen, dass die Schäden am einstigen Barockschlösschen durch den Tagebau entstanden.

Die Botschaft ist klar: RWE Power soll sich der Risse an Haus Katz annehmen. Die im Turm der Vorburg entdeckten Schäden beschäftigten jetzt den Bauausschuss. "Voruntersuchungen haben atypische Setzungsbewegungen an den Fundamenten ergeben", sagt Dezernent Oswald Duda. Nun stehe eine umfassendere Untersuchung an, bei der auch die groben Bodenschichten analysiert würden. "Wir glauben, dass es ein Bergschaden ist", so Duda.

Die Gemeinde hat die Sache daher an RWE Power übergeben, in dessen Regie die Untersuchung erfolgen soll. Oswald Duda geht davon aus, dass RWE Power auch die Kosten hierfür übernehmen wird. Keine Mehrheit fand jetzt im Ausschuss der Antrag der FWG, zu der Untersuchung auf eigene Kosten einen weiteren unabhängigen Gutachter, etwa einen Marktscheider, hinzuziehen.

Die übrigen Fraktionen setzen ebenso wie die Verwaltung im Zweifelsfall auf die Schlichtung durch den neuen Bergschadensbeauftragten – über dessen Einsetzung der Braunkohleausschuss aber noch befinden muss. Kämen die Gutachter von RWE Power zu dem Schluss , es handele sich nicht um einen Bergschaden, könnte die Gemeinde den Bergschadensbeauftragten anrufen.

Oswald Duda zufolge sind die Schäden nicht so gravierend wie die von 2007 bis 2009 behobenen: "Die Rissbildung ist moderater, aber sie ist da." Aufgefallen waren die jetzt thematisierten Schäden kurz nach den beiden Erdstößen im Dezember 2008. Besonders augenfällig ist ein gut ein Meter langer Riss an der Seitenwand des Turms. Auch in Richtung des Hauptgebäudes findet sich ein Riss.

Oswald Duda rechnet nicht mit derart langen Nutzungseinschränkungen wie noch im Jahr 2007, als Haus Katz gut ein halbes Jahr gar nicht für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stand. Auch damals wurde zumindest seitens der Politik die Vermutung angestellt, es könne sich um einen Bergschaden handeln.

Gekostet hat die aufwändige Sanierung vor drei Jahren 550.000 Euro. Die Bezirksregierung hatte 87.000 Euro zur Verfügung gestellt, der Rhein-Kreis Neuss 130.000. Die Gemeinde musste den verbleibenden Rest von mehr als 230 000 Euro aufbringen. Zu den jetzt fällig werdenden Kosten vermag Oswald Duda nichts zu sagen und verweist auf RWE Power: Würde sich der Standpunkt der Gemeinde bestätigen, dass es sich um einen Bergschaden handelt, müsste der Stromriese die Sanierung bezahlen.

(NGZ)