Dormagen verliert Krimi gegen Grün-Weiß Aachen mit 4:5: Berg- und Talfahrt der Gefühle

Dormagen verliert Krimi gegen Grün-Weiß Aachen mit 4:5 : Berg- und Talfahrt der Gefühle

Es war einer jener Tennis-Nachmittage, die lange in Erinnerung bleiben; ein wahres Plädoyer für den Mannschafts-Tennissport: Acht Stunden lang beharkten sich der TC Bayer Dormagen und GW Aachen gestern Nachmittag. Mal sahen die Hausherren wie die sicheren Sieger aus, dann wieder die Gäste. Um 19.35 Uhr schließlich verwandelten Arnd Caspari und Jörg Schors ihren ersten Matchball und brachten den Aachener 5:4-Sieg unter Dach und Fach. Für den TC Bayer ist damit der Abstieg aus der 2. Bundesliga fast unabwendbar.

"Wir werden weiter kämpfen, doch wahrscheinlich war's das", erklärte ein deprimierter Spielertrainer Dirk Hortian nach der Niederlage, die bitterer nicht hätte sein können. Dabei hatte alles so schön angefangen: Neuzugang Pietro Pennisi brachte seinen argentinischen Gegner Marcello Wowk mit seinen langsamen Top-Spin-Bällen zur Verzweiflung und siegte schnell mit 6:2, 6:2. Auch Axel Neuhausen und Roger Thiele an den Positionen vier und sechs befanden sich da auf der Siegerstraße. Neuhausen hatte den Belgier Thierry Massa nach verlorenem ersten Satz sicher im Griff und Thiele spielte beim 6:4 in Satz eins gegen Jörg Schors beachtlich stark.

Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf: Thiele traf in Durchgang zwei überhaupt nichts mehr, verlor diesen mit 0:6. Im Entscheidungssatz fing er sich dann, führte 4:3 bei eigenem Aufschlag, verlor aber wieder den Faden und den Satz mit 4:6. Wenig später beendete auch Neuhausen sein Spiel - symptomatisch für den dritten Satz mit einem Doppelfehler. 7:6, 2:6 und 6:4 für Massa das Ergebnis. Anstatt 3:0 nun also ein 1:2-Zwischenstand.

Im Spitzeneinzel verlor danach ein müder und angeschlagener Tobias Clemens gegen Leonardo Olguin glatt mit 4:6 und 1:6. Dafür war Dirk Hortian einmal mehr eine Bank. Nervenstark setzte er sich gegen den Österreicher Herwig Ribitsch zwei Mal im Tie-Break durch. Das Schlüsselspiel war die Partie zwischen Marius Meiszies und Arnd Caspari. Meiszies führte gegen den ehemaligen Bundesligaspieler mit 6:3 und 5:4, verlor dann aber den Mut und die Konstanz. Am Ende unterlag er unnötig mit 6:3, 5:7 und 2:6. Hortian enttäuscht: "Thiele und Meiszies sind sicher noch jung, aber in solchen Spielen erwarte ich einfach mehr."

4:2 für Aachen nach den Einzeln: Eigentlich die Vorentscheidung. Doch in den Doppeln wurde es noch dramatisch. Den Argentiniern Olguin und Wowk wurde anscheinend erst kurz vor ihrem Einsatz verraten, dass man diesen Sport auch zu viert betreiben kann. Nur so ist zu erklären, warum sie vollkommen wirr über den Platz irrten und von den grandios aufspielenden Clemens/Pennisi böse mit 6:0 und 6:0 verprügelt wurden.

Auch das zweite Doppel war eine klare Angelegenheit: 6:1 und 6:4 setzten sich Hortian/Neuhausen gegen Ribitsch/Massa durch. 4:4 - der ganze Druck hing nun ausgerechnet an den nervenschwachen Meiszies/Thiele. Denn ersten Satz gewannen sie mit 7:5 und führten in Durchgang zwei bereits mit 4:1. Dann aber ließen sie sich durch unsportliche Mätzchen von Caspari/Schors aus dem Konzept bringen. Der schwache Schiedsrichter und der noch schwächere Oberschiedsrichter taten ihr Übriges: Mit 5:7, 6:4 und 6:1 siegte das Aachener Doppel und stürzte den TC Bayer in tiefe Traurigkeit. leu

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