Fechten: Benedikt Wagner lehrt Weltelite das Fürchten

Fechten : Benedikt Wagner lehrt Weltelite das Fürchten

Der 22 Jahre alte Dormagener ist im Moment der Shooting-Star unter den Säbelfechtern. Beim Weltcup in Warschau belegt er Rang drei.

Dass sich Nicolas Limbach und Max Hartung derzeit mehr ihrem Studium als dem Säbelfechten widmen, merken nur die beiden. Für die Weltelite der Säbelfechter führt trotz der schöpferischen Pause des Vize-Weltmeisters und des Olympiasiebten kein Weg am TSV Bayer Dormagen vorbei.

Jüngster Beleg: das Weltcupturnier in Warschau. Mit Platz drei gelang Benedikt Wagner dort bereits zum vierten Mal in dieser Saison der Sprung aufs Treppchen, der 22-Jährige scheiterte im Halbfinale mit 11:15 am späteren Turniersieger, dem Weißrussen Aliaksandr Buikevich, nachdem er zuvor Yevgeniy Statsenko (Ukraine, 15:11), Luca Caratoli (Italien, 15:7), Fernando Casares (Spanien, 15:8) und Luigi Samele (Italien, 15:14) bezwungen hatte.

Wagner, der bei den Olympischen Spielen in London im Einzelwettbewerb Rang 14 belegt hatte, war zuvor bereits in Plovdiv (3.), Athen (2.) und Chicago (3.) ebenso erfolgreich gewesen wie vor Wochenfrist bei den Deutschen Meisterschaften, wo er sich seinen ersten nationaln Einzeltitel gesichert hatte. "Benedikt hat erneut seine gute Form unter Beweis gestellt", lobte Bundestrainer Vilmos Szabo seinen Schützling. Der hat sich damit für die Europameisterschaften, die am 16. Juni in Zagreb beginnen, in die Rolle des Mitfavoriten gebracht — was auch für die Weltmeisterschaften vom 5. bis 12. August in Budapest gelten dürfte.

Spannend wird sein, wen Szabo für die beiden Championate nominiert. Denn die Abwesenheit von Limbach und Hartung nutzen neben Benedikt Wagner auch die anderen Dormagener Nachwuchsfechter, um nachdrücklich auf sich aufmerksam zu machen. Das gilt vor allem für Szabos Sohn Matyas (21), der zuletzt in Chicago sein ersten Weltcupturnier gewann. In Warschau reichte es "nur" zu Platz 13, weil er im Achtelfinale dem Olympiavierten von Peking 2008, dem Franzosen Julien Pillet, mit 14:15 unterlag. In der gleichen Runde schied Richard Hübers (20) aus, nach einer 9:15-Niederlage gegen den Koreaner Gu Bon Gil belegte er Platz 15. "Generell gehen die Platzierungen in Ordnung", meinte Vilmos Szabo und schloss darin Rang 29 für Sebastian Schrödter mit ein.

(NGZ/ac)