Manga wäre gerne häufiger in seiner Heimatstadt Neuss: Ben Manga hofft, in Aachen sein Glück gefunden zu haben

Manga wäre gerne häufiger in seiner Heimatstadt Neuss: Ben Manga hofft, in Aachen sein Glück gefunden zu haben

Ben Manga scheint vernünftig geworden zu sein. Bisher war der Neusser immer von dem Gedanken beseelt, als Spieler die Rückkehr in den bezahlten Fußball zu schaffen - koste es, was es wolle. Doch davon hat er sich jetzt verabschiedet - vorerst zumindest. Ben Manga nach dem Erfolg im Pokal gegen Bayern München. Er hatte die Vorlage zum entscheidenden 3:1 für Fortuna Düsseldorf gegeben.

Ben Manga scheint vernünftig geworden zu sein. Bisher war der Neusser immer von dem Gedanken beseelt, als Spieler die Rückkehr in den bezahlten Fußball zu schaffen - koste es, was es wolle. Doch davon hat er sich jetzt verabschiedet - vorerst zumindest. Ben Manga nach dem Erfolg im Pokal gegen Bayern München. Er hatte die Vorlage zum entscheidenden 3:1 für Fortuna Düsseldorf gegeben.

"Mit geht es sehr, sehr gut", lässt der mittlerweile 29-jährige auf die Frage nach seinem Wohlbefinden wissen. Der Grund: Offensichtlich hat er seine Berufung gefunden. Der aktuelle Zweitliga-Tabellenführer Alemannia Aachen, bei dem er von 1998 bis 2000 schon mal als Spieler unter Vertrag stand, machte ihm vor der laufenden Saison ein verlockendes Angebot: Spielerbeobachter, Jugendtrainer und Leitwolf der Verbandsliga-Truppe in Personalunion sollte Manga sein.

Der Ex-Kicker von VfR Neuss und TuS Grevenbroich überlegte nicht lange, er packte die Gelegenheit beim Schopfe. "Ich hatte zwar auch ein Angebot, für den FC St. Pauli in der Regionalliga zu spielen. Und es hätte mich auch unheimlich gereizt, in einem solchen Kultverein bei jedem Heimspiel vor 15.000 Zuschauern aufzulaufen. Doch letztlich habe ich eingesehen, dass der Zug nach oben abgefahren ist", gesteht Manga.

Nach seiner ewig langen Leidenszeit durch etliche Operationen an seinem lädierten Knie (Riss des Innen- und Außenmeniskus, Bruch der Kniescheibe) und die anschließenden Rehabilitationen hat er viel von seiner Dynamik, Spritzigkeit und Wendigkeit verloren. Gerade die Fähigkeiten, die ihn so kometenhaft hatten Aufsteigen lassen - bis in die Bundesligaelf von Fortuna Düsseldorf.

Unvergesslicher Höhepunkt seiner Karriere war 1995 der 3:1-Erfolg mit Fortuna in der zweiten Runde des DFB-Pokal gegen Bayern. Mit einer starken Leistung und der entscheidenden Vorlage zum dritten Tor der Düsseldorfer hatte er sogar großen Anteil an der Demontage des haushohen Favoriten. Traumhafte Erinnerungen zwar, aber eben nur noch Erinnerungen. "Ich habe mich einfach für die sichere Variante, für die berufliche Perspektive entschieden. Mir war schon immer klar, dass ich auch nach meiner aktiven Zeit im Fußball bleiben will. Da konnte ich nicht nein sagen", versucht Manga seinen Entschluss zu begründen, das Rampenlicht als Spieler zu verlassen.

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Aber ein klitzekleines Hintertürchen lässt er sich noch offen. Ende Januar läuft nämlich sein Ein-Jahres-Kontrakt bei Aachen aus und dann wird sich in einem Gespräch mit Jörg Schmadtke ("Mit ihm verstehe ich mich sehr gut") entscheiden, ob er weiter für die Alemannia arbeitet. "Dann will ich aber schon für zwei, drei Jahre Sicherheit haben. Nur wenn wir uns nicht einig werden, muss ich mich nach Alternativen umschauen. Angebote aus der Regionalliga liegen mir noch genug vor", verrät Manga.

Doch daran will der 29-Jährige jetzt gar keinen Gedanken verschwenden. Es läuft einfach zu gut bei seinem "neuen" Arbeitgeber - auch wenn er oft bis zu 18 Stunden am Tag in Sachen Fußball unterwegs ist. Den meisten Raum nimmt seine Tätigkeit als sogenannter Scout in Beschlag. Ob Holland, Belgien oder Zweite- und Regionalliga in Deutschland - ständig ist Manga unterwegs. Schließlich könnte auf einem der vielen Plätze ja der Juwel versteckt sein, der für Aachen demnächst in der Bundesliga wichtige Tore schießt.

"Das ist schon ein ziemlicher Stress von Spiel zu Spiel zu rasen und dann noch selbst aufzulaufen. Aber lieber so als anders, das macht mir riesigen Spaß", stellt Ben Manga klar. Als Kapitän hat er die Verbandsliga-Mannschaft vom Tivoli auf den ersten Tabellenplatz geführt und will mit ihr möglichst den Aufstieg schaffen. Denn auf Amateurebene, davon ist Manga überzeugt, kann er noch locker mithalten. Wo andere laufen und grätschen reicht bei ihm schon mal das gute Auge.

Ebenfalls zu seinem Job gehört das Training der D-Jugend, die im Revier-Cup gegen die Nachwuchsteams so namhafter Vereine wie Borussia Dortmund, VfL Bochum und RW Oberhausen antritt. Eine völlig neue Erfahrungen. Denn die Kids wollen nicht nur wissen, wie sie Fußball spielen sollen - da sind auch pädagogische Fähigkeiten gefragt. Ganz abgesehen vom Umgang mit den Eltern. Klar, dass bei so vielen neuen Aufgaben der Kontakt in die alte Heimat leidet.

Die Eltern in Neuss warten schon seit zwei Monaten auf einen Besuch ihres Filius. Manga: "Natürlich würde gerne öfter zu Hause sein, auch um alte Freunde wieder zu treffen. Aber das geht eben zurzeit nicht. Aber über Weihnachten habe ich ja frei, da werde ich vieles nachholen."

(NGZ)
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