Fußball : Beim SCK regiert die Vorsicht

Die Kicker des Niederrheinligisten SC Kapellen haben in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel verloren haben. Vor dem Heimspiel gegen Baumberg ist Trainer Markus Anfang trotzdem auf der Hut: "Wir haben noch nichts erreicht."

Kapellen Zwei Unentschieden, zwei Siege, darunter der wahrlich bezaubernde Auftritt vor knapp zwei Wochen gegen den mittlerweile entthronten Tabellenführer RW Oberhausen U23 – überzeugende Arbeitsnachweise, die eigentlich jeden Trainer in Verzückung versetzen müssten. Doch vor dem Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen die Sportfreunde Baumberg ist der in Diensten des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen stehende Markus Anfang weit davon entfernt, in Euphorie auszubrechen. "Wir haben noch nichts erreicht", mahnt er stattdessen.

Dabei fühlt sich der Ex-Profi keineswegs als Stimmungskiller. "Ich trete nicht auf die Bremse, ich bin Realist", begründet er seine Zurückhaltung. Die ist sogar verständlich. 23 Punkte und Rang elf sind kein sanftes Ruhekissen, zumal am Ende der Saison womöglich gleich fünf Klubs den Gang in die Landesliga antreten müssen. Träte das ein, trennten den SCK vom ersten Abstiegsrang gerade mal drei Punkte. Darum stellt der Coach klar: "Es gibt keinen Grund, sich jetzt schon zurückzulehnen." Diesen Eindruck hatte zuletzt sein in Baumberg tätiger Kollege Jörg Vollack, dessen Mannen seit dem 2:1 über Fischeln am 28. November nicht mehr gewonnen haben. "Mir fehlt der letzte Tropfen Herzblut", stellte er ungehalten fest und sprach unter der Woche Klartext mit seinen Kickern.

Die Lage der Gäste, die das Hinspiel höchst umstritten mit 1:0 gewonnen hatten (dem SCK war dabei in der Nachspielzeit ein klarer Foulelfmeter verweigert worden), ist inzwischen durchaus prekär: Mit 22 Punkten sind sie hinter Kapellen auf Rang 13 zurückgefallen. Darum passt es Vollack natürlich ganz und gar nicht in den Kram, dass in Fabian Nowak (sah beim 1:2 am vergangenen Sonntag gegen Rhede für eine Tätlichkeit die Rote Karte) sein Spielmacher ausfällt.

Bei den Hausherren sind Robin Kreis (Magen-Darm-Grippe) und der von einer Mandelentzündung genesene Patrick Becker (hatte am Sonntag beim 2:0 in Fischeln nach gut einer Stunde Platz für Gabriel Czajor gemacht) wieder fit, auch der am Knie verletzte Lars Schuchardt ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Mit Personalien hält sich Anfang indes eh nicht lange auf. "Es gibt keine Stammspieler", belehrt er, "nur Spieler, die für eine spezielle Situation passen, und die kann sich jederzeit ändern". Seinen mit vielen selbst ausgebildeten Talenten, wie etwa Patrick Becker oder Benjamin Schütz, gespickten Kader will er komplett ausschöpfen, um damit "positiven Druck" zu erzeugen. Nur so seien Leistungen wie gegen Oberhausen möglich, als die junge Mannschaft das Anforderungsprofil ihres Trainers nahezu optimal erfüllte – "zumindest phasenweise".

(NGZ)
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