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Korschenbroich: Beim Lesen stehen Männer auf Action

Korschenbroich : Beim Lesen stehen Männer auf Action

Die Organisatoren der literarischen Herrenrunde "Buch zum Bier" sprechen über Vorurteile, ihre Leidenschaft für Bücher – und das Programm der Leseveranstaltung am 21. Juni. Mit dabei ist dann auch Krimiautor Niklas Frost.

Frau Mielke, gleich eine der ersten Veranstaltungen des diesjährigen "Korschenbroich liest"-Programms richtet sich an lesefreudige Männer. Gibt es in dieser Zielgruppe denn überhaupt Interesse?

Mielke Eindeutig ja... Ich bin zuletzt häufiger zu bester Pendlerzeit mit der Bahn unterwegs gewesen und habe mich gefreut zu sehen, wie viele Männer, junge wie ältere, völlig vertieft in ihre Bücher waren. Auch an unserem Bücherschrank auf dem Kirchplatz sind immer wieder Leser anzutreffen, und mit manchem von ihnen habe ich schon tolle Gespräche über Bücher geführt.

Was bieten Sie den Besuchern?

Mielke Dieses Mal ein ganz breitgefächertes Programm. Mit Fabian Eickstädt und Manfred Schmitz habe ich zwei Männer an meiner Seite, die mit mir eine spannende Auswahl von Büchern zusammengestellt haben – vom Grillbuch über einen Kriegsroman bis hin zu Sachbüchern. Mit Niklas Frost haben wir einen Autor zu Gast, der seinen jüngsten Krimi im Gepäck hat, und mit Holger Schaeben einen in Korschenbroich lebenden Autor und Ghostwriter, der in amüsanten Glossen über das Leben in der Provinz nachdenkt. Nicht zu vergessen das kühle Bier und einen Imbiss!

Herr Schmitz, Sie waren von der ersten Runde "Buch zum Bier" mit dabei. Hauptberuflich sind Sie als Gemeindereferent tätig. Worin liegt für Sie der Reiz dieser Veranstaltung?

Schmitz Gutes lesen – und dann darüber reden. Ich war immer schon ein leidenschaftlicher Leser – daher gefällt mir im Übrigen auch das diesjährige "Korschenbroich liest"-Motto "Passionen" besonders gut. In Büchern komme ich Menschen und ihren (Lebens-)Geschichten ganz nahe – wie in meinem Beruf auch. Und meine eigene Erfahrung ist, dass man von den eigenen Leseeindrücken mit einem tollen Buch gern erzählen möchte, weil man einem solchen Buch viele Leser wünscht.

Und was ist für Sie das Erfolgsgeheimnis von "Buch zum Bier"?

Schmitz Vielleicht ganz einfach, dass wir Männer als Leser ernst nehmen und uns auch bei der Vorbereitung intensiv Gedanken darüber machen, was männliche Leser interessieren könnte. Im allgemeinen heißt es ja immer nur: Männer lesen nicht. Das frustriert. Wir versuchen, Lust aufs Lesen zu machen.

Herr Eickstädt, Sie sind der Jüngste in der Runde: Sind denn auch Männer Ihrer Generation für Lesetipps empfänglich?

Eickstädt Absolut. Auch das ist ein Vorurteil. Die jüngere Generation liest nach wie vor viel. Sie liest heute vielleicht anders, auf dem iPad oder einem E-Reader. Trotzdem kenne ich niemanden in meinem Alter, der kein Buchregal zu Hause stehen hätte.

Gibt es aus Ihrer Sicht denn überhaupt reine Männerbücher?

Eickstädt Zumindest sind es wohl keine Schnulzenromane. Ich habe den Eindruck, Männer bevorzugen gut recherchierte historische Romane, Sachbücher und Spannendes. Es sollte schon actionlastig sein.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Mielke Passend zu unserer "Korschenbroich liest"-Auftaktveranstaltung am 14. Juni, bei der es um das Thema "Tango" geht, lese ich von der Argentinierin Elsa Osario "Im Himmel Tango". SCHMITZ Ich habe gerade "Das Handwerk der Freiheit" von Peter Bieri mit großer Freude gelesen.

Eickstädt Ich habe da eine schlechte Angewohnheit: Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. Zurzeit "Brüder" von Hilary Mantel und einen Thriller von Don Winslow.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE LISA SCHMITZ.

(NGZ)